Deutschland und Brasilien wollen ihre strategische Partnerschaft deutlich vertiefen und haben bei gemeinsamen Regierungskonsultationen in Hannover eine entsprechende Abschlusserklärung verabschiedet. Darin bekennen sich beide Seiten zu einer politischen Ordnung, die auf Vereinbarungen basiert und globale Herausforderungen durch Dialog und Zusammenarbeit angeht. Die Regierungen vereinbarten engere Kooperationen in Wirtschaft, Sicherheit, Innovation, Klimaschutz und multilateralen Organisationen.
„Starke und dynamische“ Partnerschaft
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) bezeichnete die strategische Partnerschaft mit Brasilien nach dem Ende der zweitägigen Beratungen in Hannover als „stark und dynamisch“. Man habe sie in den vergangenen beiden Tagen fortentwickelt, sagte Merz am Montag laut gemeinsamer Abschlusserklärung. „Denn die Nähe zwischen unseren beiden Ländern ist notwendiger denn je in einer Zeit, in der sich die Weltordnung so grundlegend verändert.“ Ziel sei es, den gegenseitigen Nutzen zu stärken und ein „Netz starker und gleichgesinnter Partner“ zu sein, so Merz.
In der gemeinsamen Abschlusserklärung heißt es, beide Seiten hätten ein grundlegendes Interesse an einer politischen Ordnung, die sich auf Vereinbarungen stütze und in deren Rahmen Länder globale Herausforderungen gemeinsam durch Dialog und Zusammenarbeit angehen könnten.
Wirtschaft, Sicherheit und Handel im Fokus
Die Regierungen verständigten sich darauf, die wirtschaftliche und sicherheitspolitische Zusammenarbeit zu fördern. Gemeinsam wollen sie den Wandel in Bereichen wie Digitalisierung, Wissenschaft, Technologie, Innovationen, Klimaschutz und nachhaltige Entwicklung vorantreiben. Zudem soll die Zusammenarbeit in multilateralen Organisationen, insbesondere den Vereinten Nationen, sowie in Foren wie der WTO, IMO und G20 fortgesetzt werden.
Beide Regierungen hoben die Bedeutung des EU-Mercosur-Abkommens für engere Wirtschaftsbeziehungen hervor und begrüßten dessen vorläufige Anwendung ab dem 1. Mai 2026. Darüber hinaus vereinbarten sie, Gespräche über ein Doppelbesteuerungsabkommen zu intensivieren und die Zusammenarbeit bei kritischen Rohstoffen zu fördern. Im Bereich Sicherheit und Verteidigung wurde eine gemeinsame Absichtserklärung zur Kooperation bei Verteidigungsprodukten unterzeichnet.
Breite Zusammenarbeit von KI bis Klimaforschung
Im Rahmen der Regierungskonsultationen wurden mehrere weitere Maßnahmen vereinbart. Unter anderem soll ein Austauschprogramm für brasilianische und deutsche Diplomaten errichtet werden. Weitere Felder der engeren Zusammenarbeit betreffen die Bereiche Quantentechnologien, klimaneutrale Energieerzeugung, Weltraumforschung, Meeresforschung und Klimaforschung.
Auch das Thema Künstliche Intelligenz spielt eine Rolle. So soll eine KI-Partnerschaft mit Fokus auf die Entwicklung und Anwendung in der Industrie sowie der digitalen Verwaltung aufgebaut werden. Zudem ist die gemeinsame Entwicklung einer KI-basierten Präventions-App zum Arbeitsschutz geplant.
Angesichts der aktuellen geopolitischen Entwicklungen hoben beide Länder in der Abschlusserklärung die Wichtigkeit von Dialog und Diplomatie zur Lösung globaler Konflikte hervor. Sie äußerten auch ihre Besorgnis über den Krieg in der Ukraine und die Konflikte im Nahen Osten. Zudem unterstrichen sie die Notwendigkeit von Reformen der Vereinten Nationen und internationaler Finanzinstitutionen, um den aktuellen globalen Herausforderungen besser gerecht zu werden.
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