Sonnenschein und Temperaturen jenseits der 30-Grad-Marke sorgen nicht nur für Sommerstimmung, sondern auch für mehr Patienten mit Nierenkoliken. Das Klinikum Osnabrück beobachtet in Hitzeperioden regelmäßig einen Anstieg von Harnsteinen, die plötzlich starke Schmerzen verursachen können.
Hitze setzt den Nieren zu
„Mit jeder Hitzewelle steigen die Fallzahlen von Nierenkoliken merklich an“, erklärt Prof. Dr. Christoph Wiesner, Chefarzt der Klinik für Urologie am Finkenhügel. Der Grund: Wer an heißen Tagen zu wenig trinkt, verliert durch das Schwitzen viel Flüssigkeit. Dadurch wird der Urin stärker konzentriert, sodass Mineralstoffe und Salze leichter auskristallisieren und sich zu Harnsteinen verbinden können.
Besonders problematisch wird es, wenn ein Stein aus der Niere in den Harnleiter wandert und dort stecken bleibt. „Das führt dann zu Geburtswehen ähnlichen, wellenartigen Schmerzen, die bis in den Unterbauch, die Leiste oder die Genitalien ausstrahlen können“, warnt der Mediziner.
Ausreichend trinken schützt
Um Harnsteinen vorzubeugen, empfiehlt Wiesner vor allem eines: ausreichend trinken. „Ausreichendes Trinken gehört zu den wirksamsten Schutzmaßnahmen, und hilft, den Urin zu verdünnen und die Bildung von Kristallen zu erschweren.“ Als Orientierung gelte die Farbe des Urins: Idealerweise sei dieser hellgelb bis nahezu durchsichtig. Kleinere Steine und leichte Koliken könnten häufig durch eine erhöhte Trinkmenge – möglichst mit Citrat angereichert – sowie Schmerzmittel behandelt werden.
Wann schnelle Hilfe nötig ist
Treten Blut im Urin, starke und nicht beherrschbare Schmerzen, Fieber oder Schüttelfrost auf, sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Mithilfe von Ultraschall oder einer Computertomografie lasse sich feststellen, wie groß der Stein ist, wo er sitzt und ob möglicherweise eine gefährliche infizierte Harnstauung vorliegt.
Besonders aufmerksam sollten laut Wiesner Menschen sein, die bereits Harnsteine hatten oder unter Gicht, Diabetes oder Übergewicht leiden. „Das Risiko einer Steinbildungen ist bei ihnen um bis zu 50 Prozent erhöht“, gibt er zu bedenken. Sein Appell für die heißen Sommertage lautet deshalb: „Unbedingt auf ausreichend Flüssigkeitszufuhr achten. Auch dann, wenn man vielleicht keinen Durst verspürt.“
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