Vier bedeutende historische Konvolute bleiben dauerhaft in Osnabrück: Die Niedersächsische Sparkassenstiftung hat insgesamt rund 43.800 Euro für historische Objekte ausgegeben und schenkt sie dem Museums- und Kunstverein Osnabrück. Damit gehen die Stücke dauerhaft in den Besitz des Vereins über und werden Teil des Sammlungsbestands des Kulturgeschichtlichen Museums Osnabrück.
Vom Kleiderschrank bis zum römischen Denar
Zu den gesicherten Objekten gehört ein historischer Kleiderschrank aus Eichenholz aus dem Jahr 1758. Das repräsentative Möbelstück stammt aus dem Besitz der Familie von dem Bussche-Hünnefeld und ergänzt die Museumssammlung um ein Zeugnis der Wohn- und Alltagskultur des 18. Jahrhunderts.
Besonders eng mit der Geschichte der Stadt verbunden sind Münzen und Medaillen zum Westfälischen Frieden aus den Jahren 1644 bis 1648. Die einstige Sammlung des Osnabrückers Karl Ordelheide dokumentiert eine Epoche, die für Osnabrück als Friedensstadt bis heute von besonderer Bedeutung ist.
Ebenfalls gesichert werden 131 römische Denare aus Kalkriese. Die Münzen stammen aus der Zeit von 2 bis 194 v. Chr. und befanden sich im Besitz der Familie von Bar auf Bramsche-Barenau sowie des Capitäns J. A. S. Clunn. Sie schlagen eine direkte Brücke zur regionalen Archäologie und zum Fundplatz Kalkriese.
Das vierte Konvolut ist die ehemalige Münzsammlung Waldmann. Die darin enthaltenen Stücke aus den Jahren 1617 bis 1766 erweitern den Bestand zur politischen und wirtschaftlichen Geschichte Osnabrücks in der Frühen Neuzeit und im 18. Jahrhundert.
Dr. Johanna Hamm (Museums- und Kunstverein Osnabrück) und Dr. Johannes Janssen (Niedersächsische Sparkassenstiftung) bei der Unterzeichnung der Schenkungsurkunden. / Foto: Dominik Lapp
Wichtige Unterstützung für die Museumsarbeit
Die Niedersächsische Sparkassenstiftung unterstützt Museen unter anderem bei der Neu- und Umgestaltung von Dauer- und Sonderausstellungen sowie bei der Bewahrung und Vermittlung kulturhistorischer Zeugnisse. Mit dem Ankauf der vier Konvolute setzt sie ihre langjährige Zusammenarbeit mit dem Museumsquartier Osnabrück fort.
Stiftungsdirektor Dr. Johannes Janssen betonte in einem Pressetermin am Dienstag (8. September) die Bedeutung der Förderpartnerschaft und der nun gesicherten Objekte für die Stadtgeschichte. Erster Stadtrat Wolfgang Beckermann hob insbesondere die Münzen und Medaillen zum Westfälischen Frieden hervor. Für die Museumsvereinsvorsitzende Dr. Ulrike Hamm sind die Schenkungen eine wichtige Bereicherung des historischen Sammlungsbestands.
Geschichte für kommende Generationen
Der Museums- und Kunstverein Osnabrück besteht seit 1879 und versteht sich als enger Kooperationspartner der Osnabrücker Museen. Mit der Übernahme der vier Konvolute erhält das Kulturgeschichtliche Museum nun weitere Objekte, die unterschiedliche Facetten der Vergangenheit beleuchten.
Ob römische Münzen aus Kalkriese, Zeugnisse des Westfälischen Friedens, ein Möbelstück aus dem 18. Jahrhundert oder Münzen aus der Osnabrücker Stadtgeschichte: Gemeinsam sollen die vier Konvolute dazu beitragen, die Geschichte Osnabrücks und der Region aus unterschiedlichen Perspektiven sichtbar zu machen.
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