Ab sofort firmiert der Konzern nur noch unter DHL – die Deutsche Post bleibt als Tochter.
Der Logistikkonzern Deutsche Post hat am Dienstag seinen Namen offiziell abgelegt und firmiert nun als DHL. Dies war bereits im Mai auf der Hauptversammlung in Bonn beschlossen worden, wie n-tv berichtet. Der Schritt markiert das Ende einer Ära, in der der Konzern trotz internationaler Ausrichtung noch unter dem Namen Deutsche Post AG im Handelsregister eingetragen war. Die Umbenennung geht mit einer strukturellen Neuordnung einher: Das klassische Brief- und Paketgeschäft in Deutschland wird in eine neu gegründete Tochterfirma ausgelagert, die den Namen Deutsche Post weiterführt. Die Konzernmutter DHL übernimmt künftig vor allem strategische Steuerungsaufgaben, während die operativen Geschäfte in den Divisionen angesiedelt bleiben.
Deutsche Post wird zum Global Player
Die Umstellung ist nicht nur symbolisch, sondern spiegelt auch die wirtschaftliche Entwicklung des Konzerns wider. Wie IT Boltwise berichtet, entfielen im ersten Halbjahr 2026 nur noch etwa 20 Prozent des Umsatzes auf das deutsche Stammgeschäft, während das Expressgeschäft mit garantierten Lieferzeiten rund 30 Prozent des Umsatzes und sogar 60 Prozent des Betriebsergebnisses ausmachte. Die Internationalisierung des Konzerns hatte bereits 2002 mit der Übernahme des US-Logistikers DHL begonnen. Seitdem hat sich der Anteil des Auslandsgeschäfts stetig erhöht, während der Name Deutsche Post in vielen Auslandsmärkten kaum noch bekannt war.
Umbenennung kostet 37 Millionen Euro
Für Kunden und Mitarbeiter soll sich durch die Umbenennung wenig ändern. Der Konzern betont, dass die neue Struktur keine Herabstufung der Deutschen Post bedeute, sondern eine organisatorische Anpassung an die globale Ausrichtung. Die Kosten für die Entflechtung und Umbenennung werden mit 37 Millionen Euro beziffert, hinzu kommen jährliche Zusatzkosten von drei Millionen Euro für die Tochtergesellschaft.
Politik streitet über Markenverlust
Politisch wird die Umbenennung unterschiedlich bewertet. Während der SPD-Bundestagsabgeordnete Sebastian Roloff bedauert, dass die Marke Deutsche Post im internationalen Kontext nicht mehr sichtbar ist, betont der Konzern, dass die Verpflichtungen als Universaldienstleister in Deutschland erhalten bleiben. Dazu gehören Vorgaben zur Briefkasten- und Filialnetz-Dichte sowie zur Zustellgeschwindigkeit. Auch die Bonner Zentrale soll weiterhin bestehen bleiben.