Der Dax ist am Donnerstagmorgen verhalten in den Handel gestartet und notierte gegen 9:30 Uhr bei rund 25.090 Punkten, 0,2 Prozent über dem Vortagesschluss. Während Entwicklungen im Halbleitersektor international für Unruhe sorgten, rückten an der Frankfurter Börse vor allem zyklische Standardwerte in den Fokus der Anleger.
Verhaltener Start des Dax und Druck auf Halbleiterwerte
Am Morgen zeigte sich der deutsche Leitindex nur leicht im Plus und blieb damit auf moderatem Niveau. Gegen 9:30 Uhr wurde der Dax mit rund 25.090 Punkten berechnet, was einem Zuwachs von 0,2 Prozent gegenüber dem Schlussniveau vom Vortag entsprach.
Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst bei CMC Markets, verwies auf deutliche Verwerfungen im asiatischen Handel: „Die sich beschleunigende Korrektur im Halbleitersektor sorgte an der Börse in Südkorea heute mal wieder für eine kurzzeitige Aussetzung des Handels – nicht die erste in diesem volatilen Börsenjahr“, sagte Lipkow laut CMC Markets. „Insbesondere die Schwergewichte Samsung Electronics und SK Hynix gerieten unter hohen Verkaufsdruck. Metas Markteintritt in das KI-Cloud-Geschäft schürt Sorgen über eine Veränderung der Nachfragesituation im Halbleitersektor und drückt auf die Aktienkurse.“
Infineon im Fokus – Nervöse Investoren
Trotz der Turbulenzen im Halbleitersektor erwartet Lipkow für den deutschen Leitindex nur begrenzte Auswirkungen. „Der Dax dürfte davon allerdings nur wenig beeinflusst werden, da der Technologieanteil zu gering ist, als dass es den Gesamtmarkt beeinflussen würde. Lediglich die Aktien von Infineon rücken in den Fokus.“ Die Papiere des Halbleiterherstellers rangierten zum Handelsstart am unteren Ende der Kursliste. „In Anbetracht der hohen Bewertungen im Halbleitersektor ist die Stimmung unter den Investoren hochnervös“, so Lipkow.
Gleichzeitig beobachtet der Markt eine Verschiebung hin zu konjunktursensiblen Werten. Die Anleger fokussierten sich seit einigen Tagen wieder verstärkt auf zyklische Branchen und griffen bei den Aktien von BASF, BMW, Mercedes-Benz und Volkswagen zu. Die Hoffnung auf eine Stabilisierung der deutschen Konjunktur in Kombination mit wieder fallenden Energiepreisen lasse die konjunktursensitiven Sektoren in einem positiveren Licht erscheinen. „Dieser Ansatz wurde in den vergangenen Jahren mehrfach gefahren, und jetzt muss sich zeigen, ob der konjunkturelle Wendepunkt tatsächlich bereits erreicht wurde“, sagte Lipkow laut CMC Markets.
US-Daten im Fokus und Entwicklung an den Märkten
„Am heutigen Handelstag stehen die vorgezogenen US-Arbeitsmarktdaten im Fokus, da die Wall Street morgen feiertagsbedingt geschlossen bleibt. Zusätzlich werden die Auftragseingänge der Industrie in den USA auf Interesse stoßen“, sagte Lipkow laut CMC Markets.
Am Devisenmarkt zeigte sich die europäische Gemeinschaftswährung am Donnerstagmorgen etwas fester. Ein Euro kostete 1,1398 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8773 Euro zu haben.
Der Goldpreis zog parallel an: Am Morgen wurden für eine Feinunze 4.062 US-Dollar gezahlt, ein Plus von 0,8 Prozent. Das entsprach einem Preis von 114,58 Euro pro Gramm.
Deutlich schwächer präsentierte sich dagegen der Ölmarkt. Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Donnerstagmorgen gegen 9 Uhr deutscher Zeit 70,45 US-Dollar, 112 Cent oder 1,6 Prozent weniger als am Schluss des vorherigen Handelstags.
