Der Dax ist am Mittwoch mit leichten Gewinnen in den Handel gestartet und hat die Marke von 25.000 Punkten behauptet. Zugleich legte der Ölpreis deutlich zu und erreichte ein Sechs-Wochen-Hoch, was nach Einschätzung von Marktbeobachtern neue Inflationsängste schürt und die Zinsen steigen lässt. Trotz der angespannten Lage an den Energie- und Finanzmärkten zeigen sich die Aktienmärkte laut Analysten bislang vergleichsweise gelassen.
Leichter Dax-Anstieg bei schwachen Umsätzen
Der Dax notierte gegen 9:30 Uhr bei rund 25.060 Punkten und damit 0,2 Prozent über dem Schlussniveau vom Vortag. An der Spitze der Kursliste rangierten Gea, Airbus und MTU, am Ende Scout24, Hochtief und Continental. Der Leitindex hatte die psychologisch wichtige Marke von 25.000 Punkten zuletzt zurückerobert.
„Dabei waren die Umsätze allerdings unterdurchschnittlich niedrig“, sagte der Analyst Thomas Altmann von QC Partners. „Und das liegt aktuell sicherlich nicht nur am saisonalen Sommereffekt. Viele warten im Moment ab, wie die Berichtssaison in Deutschland anläuft und wie sich der Iran-Konflikt entwickelt. Die Angst, auf dem falschen Fuß erwischt zu werden, ist aktuell riesig.“
Ölpreis auf Sechs-Wochen-Hoch
Der Ölpreis stieg am Mittwoch weiter stark. Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Morgen gegen 9 Uhr deutscher Zeit 93,31 US-Dollar, das waren 2,5 Prozent mehr als am Schluss des vorherigen Handelstags. „93 Dollar sind gleichbedeutend mit einem Sechs-Wochen-Hoch“, sagte Altmann von QC Partners.
„Die gegenseitigen Angriffe gehen weiter. Eine Blockade saudi-arabischer Ölexporte über das Rote Meer ist auch im Ölpreis von 93 Dollar sicherlich noch nicht eingepreist.“ Der erneute Preisanstieg bei Öl und Gas schüre neue Inflationsängste und lasse die Zinsen entsprechend steigen.
Aktienmärkte bleiben vorerst gelassen – Euro etwas fester
„Die Aktienmärkte gehen mit der aktuellen Eskalation erstaunlich entspannt um“, so Altmann von QC Partners. Hier überwiege weiterhin die Hoffnung auf ein schnelles Ende der Eskalation und eine Rückkehr an den Verhandlungstisch. „Je länger diese Eskalation anhält, desto weniger werden die Aktienmärkte allerdings darum herumkommen, diesen gefährlichen Mix aus steigenden Energie- und steigenden Finanzierungskosten einzupreisen.“
Die europäische Gemeinschaftswährung war am Mittwochmorgen etwas stärker: Ein Euro kostete 1,1412 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8763 Euro zu haben.
