Der Dax hat am Montag nahezu unverändert eröffnet und damit sein Rekordniveau zunächst behauptet. Der Leitindex lag am Morgen leicht im Plus, während Handelsvolumen und Marktentwicklung Fragen nach der Nachhaltigkeit des jüngsten Rekordhochs aufwerfen.
Der Dax wurde gegen 9:30 Uhr mit rund 25.820 Punkten berechnet, was einem Plus von 0,2 Prozent gegenüber dem Schlussstand vom Freitag entspricht. An der Spitze der Kursliste standen SAP, Rheinmetall und Scout24, am Indexende rangierten Infineon, Continental und Hochtief.
Reformpaket und Zinsängste als Kurstreiber
Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst der Consorsbank, führt die jüngsten Rekorde am deutschen Aktienmarkt auf politische und geldpolitische Faktoren zurück. „Das Reformpaket der Bundesregierung und nachlassende Zinsängste haben den Dax auf ein neues Rekordhoch steigen lassen, just zu einer Zeit, in der die großen weltweiten Indizes in eine Konsolidierung eingetreten sind“, sagte Stanzl der dts Nachrichtenagentur. Nun werde es im nächsten Schritt wichtig sein, dass die angestoßenen Reformen auch zügig umgesetzt werden und nicht in letzter Sekunde doch noch politisch scheitern. „Die jetzt verteilten Vorschusslorbeeren sammeln die Anleger auch schnell wieder ein, wenn die Fortschritte ausbleiben“, so Stanzl weiter gegenüber der dts Nachrichtenagentur.
Geringe Umsätze und Zweifel an der Nachhaltigkeit
Trotz des Ausbruchs auf ein neues Rekordhoch blieben die Handelsumsätze im Dax in der vergangenen Woche unter dem Durchschnitt der vorherigen Wochen. „Eigentlich würde man erwarten, dass ein von breitem Marktinteresse getriebener Ausbruch von einem überdurchschnittlichen Handelsumsatz getragen wird“, sagte Stanzl der dts Nachrichtenagentur. „Die relativ schwachen Umsätze setzen ein Fragezeichen hinter die Nachhaltigkeit des Ausbruchs im Dax“, fügte der Chefmarktanalyst der Consorsbank hinzu.
Euro und Ölpreis schwächer
Die europäische Gemeinschaftswährung zeigte sich am Montagmorgen etwas schwächer. Ein Euro kostete 1,1422 US-Dollar, ein Dollar war entsprechend für 0,8755 Euro zu haben. Parallel dazu gab der Ölpreis nach: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete gegen 9 Uhr deutscher Zeit 71,85 US-Dollar; das waren 27 Cent oder 0,4 Prozent weniger als am Schluss des vorherigen Handelstags, wie die dts Nachrichtenagentur meldete.
