In Hangzhou steuern Roboter mit menschlicher Gestalt Ampeln und unterstützen Polizisten.
In der chinesischen Stadt Hangzhou übernehmen humanoide Roboter zunehmend Aufgaben im Straßenverkehr. Wie lokale Medien berichten, regeln die Maschinen an stark frequentierten Kreuzungen den Verkehr, unterstützen Polizisten bei der Absicherung von Baustellen und lotsen Fußgänger sicher über die Straße. Die Roboter sind mit Sensoren und KI-Systemen ausgestattet, die es ihnen ermöglichen, auf unvorhergesehene Situationen zu reagieren. Die Stadtverwaltung erhofft sich durch den Einsatz der Technologie eine Entlastung der Verkehrspolizei und eine Reduzierung von Unfällen.
Europa hinkt bei Robotern hinter China her
Während China die humanoiden Roboter bereits in der Praxis einsetzt, bleibt die Technologie in Europa noch weitgehend auf Pilotprojekte beschränkt. Wie der Spiegel berichtet, arbeiten europäische Hersteller wie Boston Dynamics an ähnlichen Lösungen, doch die rechtlichen und technischen Hürden sind hierzulande deutlich höher. Die EU plant mit dem AI Act ab August 2026 strengere Vorgaben für den Einsatz von KI-gestützten Robotern, die als Hochrisiko-Anwendungen eingestuft werden. Hersteller müssen dann Transparenz- und Sicherheitsauflagen erfüllen, was die Produktionskosten um 15 bis 20 Prozent erhöhen könnte.
Chinas Roboter drängen mit Dumpingpreisen auf den Markt
Die chinesische Firma Unitree Robotics, die auch in Japan mit ihren Modellen G1 und Walker E am Flughafen Tokio getestet wird, bietet humanoide Roboter bereits ab umgerechnet rund 4.000 Euro an. Wie t3n berichtet, sind diese Roboter zwar noch nicht für den europäischen Markt zugelassen, doch die Preisdifferenz zu westlichen Herstellern wie Boston Dynamics ist enorm. Während Unitree mit Massenproduktion und niedrigen Kosten wirbt, setzt Boston Dynamics auf hochpreisige, aber technologisch führende Lösungen. Der US-Hersteller hat kürzlich mit der KI-Version „Spot 2.0“ eine Trefferquote von 98 Prozent beim Ablesen analoger Anzeigen erreicht – ein Wert, der bisher bei nur 23 Prozent lag.
EU verschärft Regeln für Roboter-Haftung ab 2027
Die rechtlichen Rahmenbedingungen für humanoide Roboter sind in Europa komplex. Wie ingenieur.de erläutert, unterliegen die Maschinen der Maschinenrichtlinie 2006/42/EU – ab 2027 der Maschinenverordnung (EU) 2023/1230 – und benötigen eine CE-Kennzeichnung. Zudem müssen Hersteller eine Risikobeurteilung durchführen und sicherstellen, dass die Roboter im Schadensfall keine unkalkulierbaren Haftungsrisiken bergen. Besonders kritisch ist die Produkthaftung bei Lithium-Ionen-Batterien, die in vielen humanoiden Robotern verbaut sind und in der Vergangenheit bereits zu Brandfällen geführt haben.
Roboter-Markt wächst auf Billionen-Niveau bis 2035
Trotz der Herausforderungen wächst der Markt für humanoide Roboter rasant. Analysten von Barclays prognostizieren dem Sektor bis 2035 ein Volumen von 1,4 Billionen Euro. Während in China bereits Zehntausende Roboter im Einsatz sind, bleibt Europa vorerst zurückhaltend. Die Integration von Large Language Models und neuen Sensortechnologien könnte die nächste Generation humanoider Roboter prägen – doch ob sich die Technologie hierzulande durchsetzt, hängt auch von den regulatorischen Rahmenbedingungen ab.
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