Der stellvertretende Vorsitzende der Rentenkommission, Pascal Reddig (CDU), hat die mit der Rentenreform geplante Kopplung des Rentenalters an die Lebenserwartung gegen Kritik von Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) verteidigt. In einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Freitagausgabe) stellte er insbesondere die von Schwesig abgelehnte Abschaffung der Rente mit 63 infrage.
Reddig stellt Schwesig-Fragen zur Zielrichtung ihrer Kritik
Pascal Reddig
Er knüpfte diese Frage an die Situation von Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen und schweren Tätigkeiten. „Gehe es ihr darum, dass sie wirklich den Menschen helfen wolle, denen es körperlich nicht gut gehe, die in belastenden Berufen gearbeitet hätten?“ fragte Reddig laut „Frankfurter Allgemeiner Zeitung“ (Freitagausgabe).
Benachteiligung von Frauen und unterbrochenen Erwerbsbiografien
Reddig verwies gegenüber der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Freitagausgabe) auf empirische Befunde zu Erwerbsverläufen. Da zeige „jede Studie und jede Statistik“, dass gerade Menschen mit körperlich belastenden Tätigkeiten häufig unterbrochene Erwerbsbiografien hätten und daher nicht auf viele Beitragsjahre kämen.
Vor diesem Hintergrund kritisierte er Überlegungen zu einer stärkeren Ausrichtung der Rente an der Zahl der Beitragsjahre. Eine Rente nach Beitragsjahren würde nach seinen Worten „besonders Frauen und Menschen mit unterbrochenen Erwerbsbiographien benachteiligen“, wie er der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Freitagausgabe) sagte.
Rente mit 63 nach Ansicht Reddigs verfehlt Zielgruppe
Angesprochen auf die Ablehnung der von der Kommission vorgeschlagenen Abschaffung der Rente mit 63 durch Schwesig, verwies Reddig auf Stimmungsänderungen innerhalb der SPD. Auch in der SPD sähen heute viele, dass das Ziel der Rente mit 63 nicht erreicht worden sei, sagte er der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Freitagausgabe).
Die Rente mit 63 sei eingeführt worden, „um denjenigen einen Ausweg zu bieten, die körperlich nicht mehr könnten“. In der Praxis aber, so Reddig weiter, greife sie nach seiner Einschätzung nicht ausreichend für diese Gruppe. „Aber wir müssen feststellen: Die Rente mit 63 erreicht genau die eben nicht. Da kann man die Frage stellen, ob es richtig ist, dass alle Beitragszahler das finanzieren“, sagte Reddig der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Freitagausgabe).
