CDU-Politiker Philipp Amthor hat seine Partei aufgefordert, das Thema Feminismus nicht den politischen Gegnern zu überlassen. Errungenschaften in der Gleichstellung seien eine Aufgabe der gesamten Gesellschaft und müssten auch gegen Angriffe von rechts verteidigt werden, sagte er dem Magazin „Stern“.
Feminismus als gesamtgesellschaftliche Aufgabe
Philipp Amthor stellte klar, dass feministische Anliegen aus seiner Sicht nicht allein einer politischen Richtung zuzuordnen seien. „Das ist kein exotisches und kein ausschließlich linkes Anliegen, sondern eine Aufgabe der gesamten Gesellschaft“, sagte Amthor dem „Stern“. Er kritisierte, Frauen würden im Vergleich zu Männern häufig nach anderen Maßstäben beurteilt: „Frauen werden zu oft an anderen Kriterien gemessen: Männer an Argumenten, bei Frauen rückt das Äußere in den Vordergrund. Dafür braucht es ein Sensorium – und auch Männer, die sich keinen schlanken Fuß machen. Darin sind wir übrigens auch in der CDU und in der Unionsfraktion sehr klar und brauchen keine Nachhilfe von linker Seite.“
Abgrenzung nach rechts
Der CDU-Politiker kündigte an, Errungenschaften bei der Gleichstellung auch gegen die AfD verteidigen zu wollen. „Wenn ich von der Regierungsbank sehe und höre, was für ein Unsinn aus der ganz rechten Ecke kommt – biologistische Argumente und völlig stereotype Rollenbilder, ein Verständnis von Frauen als `schwaches Geschlecht` -, dann braucht es offensichtlich nicht nur ein Verändern nach vorn, sondern auch schon ein Verteidigen von bisherigen gesellschaftlichen Errungenschaften“, sagte Amthor dem „Stern“. Weiter erklärte er: „Das erfordert Gegenreaktionen. Einige haben dabei dann vielleicht eine Vorliebe für ein Basteln von Schildern und für ein Organisieren von Demos. Mir erscheint hingegen die Alltagsdimension unterbelichtet.“
Frühere Positionen zu feministischen Forderungen
Zugleich hatte Amthor in der Vergangenheit klassischen feministischen Forderungen widersprochen. So sprach er sich 2019 dafür aus, am Abtreibungsverbot im Strafrecht und am sogenannten „Werbeverbot“ für Abtreibungen festzuhalten. Im selben Jahr bezeichnete er das Vorhaben, eine hälftige Aufteilung der Listenplätze an Frauen und Männer bei Wahlen festzuschreiben, um den Frauenanteil in Parlamenten zu erhöhen, als verfassungswidrig. 2023 warb er zudem für ein Genderverbot für staatliche Stellen.
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