Der Carlsen-Verlag warnt vor KI-generierten Geschichten und wirft OpenAI vor, urheberrechtlich geschützte Werke für das Training seiner Modelle genutzt zu haben. Gemeinsam mit Autor Marc-Uwe Kling und Illustratorin Astrid Henn hat der Verlag nun Klage eingereicht.
Verlegerin warnt vor Urheberrechtsverletzungen
Verlegerin Sandra Harzer-Kux bittet Leser, sich keine Geschichten von ihren Lieblingsbüchern mittels KI generieren zu lassen. „Prompten Sie Ihre Lieblingsfiguren bitte nicht mit einem Bot“, sagte sie der „Zeit“.
Sie habe Verständnis für Eltern, die zum privaten Spaß prompten, und mache ihnen keinen Vorwurf. Doch vielen sei nicht klar, dass sie damit Urheberrechte verletzen könnten und die Kreativen hinter den Büchern "bestohlen" würden.
Vorwurf: KI mit geschützten Werken trainiert
Der Verlag wirft OpenAI vor, für das Training seiner KI das Werk "Neinhorn" verwendet zu haben. "Wir müssen davon ausgehen, dass der Chatbot mit unseren Werken trainiert wurde, mit den Illustrationen und mit den Texten", so Harzer-Kux.
Der Carlsen-Verlag sucht regelmäßig aktiv nach Urheberrechtsverletzungen, auch indem er KI-Systeme nach Geschichten fragt. Bei einer Anfrage an ChatGPT, eine Geschichte vom "Neinhorn" zu erzählen, seien die Antworten dem Original "sehr, sehr ähnlich" gewesen. Das KI-generierte Cover orientierte sich am Stil der Illustrationen des Ursprungswerks, sogar Autorennamen und Verlag seien darauf zu erkennen gewesen. "Es ist erschreckend, wie präzise die Illustrationen geworden sind", sagte Harzer-Kux. "Insgesamt schädigt das unsere gesamte Branche."
Klage beim Landgericht München eingereicht
Am vergangenen Mittwoch teilte der Kinder- und Jugendbuchverlag mit, gemeinsam mit Marc-Uwe Kling und Astrid Henn Klage gegen OpenAI eingereicht zu haben. Zuvor hatte man die KI-Firma schriftlich um Auskunft und Unterlassung gebeten. "Es gab auch eine Antwort, die aber in unseren Augen überhaupt nicht zufriedenstellend war", sagte Harzer-Kux.