Die Bundeswehr prüft 30 Anbieter für KI-Systeme, die Gefechtsfeld-Daten in Echtzeit auswerten. Erste Prototypen sollen 2027 getestet werden. Eine vollständige Alternative zum US-Anbieter Palantir ist für Mitte 2028 geplant.
Markterkundung mit Fokus auf Souveränität
Die Softwarelösungen sollen automatisiert Daten aus Gefechtsfeldern analysieren. Thomas Daum, Vizeadmiral und Inspekteur Cyber- und Informationsraum, äußerte sich im Gespräch mit dem „Handelsblatt“ optimistisch: „Die Markterkundung läuft und ich bin optimistisch, dass wir im zweiten Quartal 2027 einen Prototyp vorweisen können“.
In der Ukraine setzen die Streitkräfte bereits KI-gestützte Systeme ein, um russische Angriffe abzuwehren. Marktführer ist hier das US-Unternehmen Palantir mit seiner Software Maven Smart System (MSS). Die Bundeswehr schließt diese Lösung jedoch aus Souveränitätsgründen aus. Palantir steht in enger Verbindung zur europakritischen US-Regierung unter Präsident Donald Trump.
Deutsche Anbieter im Fokus
Die meisten der 30 geprüften Unternehmen stammen aus Deutschland. Dazu gehören der Sensorik-Spezialist Hensoldt, der mit dem KI-Start-up Helsing kooperiert, sowie der französische Anbieter Chapsvision als eine der wenigen Ausnahmen.
Die Kosten für das System sind noch nicht bekannt. Daum betonte jedoch, sie sollten im "realistischen Rahmen" bleiben. Zum Vergleich: In den USA begann der Palantir-Vertrag für Maven 2024 mit 480 Millionen US-Dollar. Das Pentagon stockte das Budget vor wenigen Monaten auf fast 1,3 Milliarden US-Dollar bis 2029 auf.