Die geplante Beschaffung von 60 Transporthubschraubern vom Typ CH47 für die Bundeswehr wird deutlich teurer als zunächst vorgesehen. Nach einem Bericht des „Spiegel“ steigen die Kosten um 631 Millionen Euro auf insgesamt rund 7,187 Milliarden Euro. Das Verteidigungsministerium führt die Mehrkosten vor allem auf höhere Preise des Herstellers Boeing zurück. Die Hubschrauber sollen ab 2027 die bisherigen Maschinen vom Typ CH53 ersetzen.
Verteidigungsministerium informiert Bundestag
Das Verteidigungsressort unterrichtete die Haushälter des Bundestags am Freitagabend über die zusätzlichen Kosten. Die 2023 bestellten Helikopter werden aus dem 100-Milliarden-Sondervermögen für die Bundeswehr finanziert. Die ersten der 60 CH47-Helikopter sollen ab 2027 bei der Bundeswehr ankommen und die altersschwachen Flieger vom Typ CH53 ablösen.
Laut dem Ministerium von Boris Pistorius geht die Kostensteigerung auf höhere Preise des Herstellers Boeing zurück. Wie der „Spiegel“ berichtet, macht die US-Firma 360 Millionen Dollar zusätzlich wegen gestiegener Zuliefererkosten, Lohnkostensteigerungen im Umfang von rund 230 Millionen und Konfigurations- und Integrationsanpassungen in Höhe von 29 Millionen geltend.
„Kostensteigerungen normal“ laut Wehrressort
In dem Bericht unterstreicht das Wehrressort, dass solche Kostensteigerungen normal seien. Bei dem 2022 genannten Budget, das der Haushaltsausschuss genehmigt hatte, habe es sich lediglich um einen Schätzpreis gehandelt. Nun, da der finale Vertrag geschlossen werden soll, finde eine Preisumwandlung statt. In dem Bericht heißt es, dass die Kostensteigerung unumgänglich sei. Die Akzeptanz der Erhöhung des Budgetrahmens sei Voraussetzung für den noch zu schließenden Hauptvertrag zwischen der US-Regierung und dem Unternehmen Boeing.
Beschaffung über US-Regierung
Die Bundesregierung kauft die Helikopter direkt von der US-Regierung. Diese sogenannten Foreign Military Sales sollen laut Bericht eigentlich Kostenexplosionen verhindern, da die US-Regierung und nicht das Beschaffungsamt der Bundeswehr die Preise für Waffensysteme mit der Industrie verhandelt. Dabei beruft sich der Bericht auf Informationen des „Spiegel“.
