118 Meter langes Mittelteil über Nord-Ostsee-Kanal eingehoben – Kanal gesperrt
In einer nächtlichen Aktion ist das zentrale Mittelteil der neuen Rader Hochbrücke über den Nord-Ostsee-Kanal eingehoben worden. Das 118 Meter lange und rund 1.250 Tonnen schwere Stahlteil wurde in etwa 50 Metern Höhe montiert, wie die Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (DEGES) mitteilte. Der Einhub verzögerte sich leicht, da sich das Mittelteil durch die Tageswärme minimal ausdehnte und an der Nordseite ein Stück weggeschnitten werden musste, wie der NDR berichtet. Rund 100 Menschen waren an den Arbeiten beteiligt, die insgesamt glatt verliefen. Der Schiffsverkehr auf dem Nord-Ostsee-Kanal blieb für etwa 16 Stunden unterbrochen, länger als ursprünglich geplant. Die DEGES sprach von einer logistischen und technischen Meisterleistung.
Brückenschluss bei Kälte für perfekte Passgenauigkeit
Der Brückenschluss sollte in den frühen Morgenstunden vollzogen werden, da Stahl und Beton sich bei Kälte zusammenziehen und so die Passgenauigkeit gewährleistet wird, wie Projektleiter Martin Steinkühler der dpa erklärte. Im nächsten Schritt sollen die Schweißarbeiten an der Brücke folgen. Die erste Hälfte des Bauwerks soll ab Ende des Jahres nutzbar sein, während der Abriss der alten Brücke und der Bau der zweiten Brückenhälfte ab 2028 geplant sind. Die Gesamtkosten für das Projekt belaufen sich auf knapp 900 Millionen Euro.
A7-Brücke als Nadelöhr nach Skandinavien
Die Rader Hochbrücke spielt eine zentrale Rolle für den Verkehr nach Dänemark und Skandinavien. Aktuell nutzen etwa 53.000 Kraftfahrzeuge täglich die A7 an dieser Stelle, wie die DEGES angibt. Bis 2030 werden sogar 60.000 Fahrzeuge erwartet. Die alte Brücke darf laut statischen Überprüfungen nur noch bis Ende 2026 genutzt werden.
4.000 Zuschauer verfolgten Brückenschluss live
Ein Livestream der DEGES begleitete das Spektakel, dem in der Spitze 4.000 Menschen über den Stream folgten. Das Mittelteil war am Dienstag im Rendsburger Hafen auf einen Ponton verladen und mit Schleppern unter der Brücke in Position gebracht worden. Die DEGES betont, dass der Bau gut im Zeitplan liegt und als Leuchtturmprojekt gilt.
