Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Brauer-Bunds, Holger Eichele, schlägt Alarm: Eine geplante Sondersteuer auf Getränke würde die ohnehin geschwächte Brauwirtschaft weiter belasten. Aktuell muss im Schnitt jede Woche eine Brauerei schließen.
Konsolidierung und Kostenbelastung
„Die geplante Sondersteuer auf Getränke wäre pures Gift für die Wirtschaft“, sagte Holger Eichele den Zeitungen der Mediengruppe Bayern.
„Die deutsche Brauwirtschaft befindet sich in einem tiefgreifenden Konsolidierungsprozess. Zurzeit muss im Schnitt jede Woche eine Brauerei aufgeben, häufig traditionsreiche Familienbetriebe mit teils jahrhundertelanger Geschichte.“
Als Gründe nennt Eichele einen rückläufigen Bierkonsum sowie hohe Kosten für Energie, Rohstoffe, Verpackung und Logistik. „Hinzu kommen die schwache Konsumstimmung und die Krise der Gastronomie“.
Von der Politik verlangt er „wettbewerbsfähige Energiepreise, weniger Bürokratie, verlässliche Rahmenbedingungen und eine Stärkung des Konsumklimas“.
Die von Union und SPD geplante Zuckersteuer auf Getränke treffe die Brauereien „ausgerechnet dort, wo sie erfolgreich neue Geschäftsfelder aufbauen“, so Eichele. „Viele Unternehmen haben neben alkoholfreiem Bier auch alkoholfreie Erfrischungsgetränke als zweites Standbein etabliert. Eine zusätzliche Steuer verteuert diese Produkte, belastet mittelständische Betriebe und schafft einen Tsunami an neuer Bürokratie“. „Wir lehnen dieses Steuerkonzept ab, denn es ist maßlos und macht alles teurer, aber niemanden gesünder.“
Alkoholfreies Bier sei zwar „ein echter Lichtblick und einer der wichtigsten Wachstumsmärkte der Branche“, sagte Eichele. „Aber alkoholfreies Bier allein kann den strukturellen Wandel des klassischen Biermarktes natürlich nicht vollständig kompensieren.“