Forschungsministerin Dorothee Bär (CSU) will die medizinische Forschung an Frauenkörpern massiv ausbauen und kündigt neue Schritte an.
"Ab heute gilt eine neue Förderrichtlinie", sagte Bär den Sendern RTL und ntv. Dabei gehe es darum, auch in der Krebsforschung geschlechtersensibel mit Unterschieden zwischen männlichen und weiblichen Körpern umzugehen. Bisher sei der männliche Körper in der Medizin oft als Maß aller Dinge gesehen worden. Der Förderbedarf sei daher "gigantisch". Es sei "sehr gefährlich", Frauen im Krankenhaus wie Männer zu behandeln, da Frauenkörper eben keine kleinen Männerkörper seien.
Bei einem Herzinfarkt dauere es im Schnitt über eine Stunde länger, bis dieser bei einer Frau als solcher erkannt werde. "Diese eine Stunde entscheidet auch oft über Leben und Tod", so Bär.
Bär sagte, dass erste Förderungen bereits greifen, etwa bei der Erforschung von Endometriose, woran zehn bis 15 Prozent aller Frauen leiden. "Wir erforschen, ob eine Diagnose ausschließlich durch eine OP stattfinden kann. Wir testen, ob es möglich ist über den Urin oder das Blut auch schon eine Diagnose zu stellen", sagte Bär. Die Folgen der Krankheit seien dramatisch und reichten bis hin zur ungewollten Kinderlosigkeit.
Foto: Dorothee Bär (Archiv), via dts Nachrichtenagentur