Feuer in Belgien droht auf Deutschland überzugreifen – Evakuierungen in Monschau
Im belgischen Naturschutzgebiet Hohes Venn wütet weiterhin ein großer Waldbrand, der sich auf rund 3.000 Hektar ausgebreitet hat. Die Lage bleibt angespannt, obwohl sich das Feuer in der Nacht nicht weiter der deutschen Stadt Monschau angenähert hat, wie der Einsatzleiter der Feuerwehr in Monschau, Philipp Krüger, der Tagesschau mitteilte. Für Dienstag wird jedoch starker Wind vorhergesagt, was die Situation verschärfen könnte. Aktuell unterstützen 60 Feuerwehrleute aus Monschau ihre belgischen Kollegen mit Schläuchen, während zwei NH-90-Hubschrauber der Bundeswehr Löschwasser abwerfen. Der Einsatz ist zunächst für sieben Tage geplant, wie das Bundesverteidigungsministerium bestätigte.
30 Menschen evakuiert wegen Rauchbelastung
Etwa 30 Bewohner von Monschau-Kalterherberg wurden am Sonntagabend wegen starker Rauchbelastung evakuiert, wie der Stellvertreter der Bürgermeisterin, Franz-Karl Boden, der dpa sagte. Die meisten Betroffenen fanden bei Freunden oder Verwandten Unterkunft. Monschaus Bürgermeisterin Carmen Krämer betonte, dass die Brandlage unverändert sei und die Evakuierten noch nicht in ihre Häuser zurückkehren könnten. Der Brand war zuletzt bis auf 300 Meter an die deutsche Grenze herangerückt, wie die Tagesschau berichtete.
Torfbrände erschweren Löscharbeiten in Belgien
Auf belgischer Seite ist die Lage besonders schwierig, da der Boden aus Torf besteht, der unterirdisch weiterbrennt. Der belgische Feuerwehrkommandant Luc Burette erklärte im niederländischen Fernsehen, dass sich das Feuer durch die Torfschichten schnell ausbreiten könne. Die Bekämpfung werde daher voraussichtlich noch wochenlang dauern. König Philippe unterbrach seinen Urlaub, und die Staatsanwaltschaft Lüttich leitete ein Verfahren wegen Brandstiftung ein. Belgiens Innenminister Bernard Quintin bat die Europäische Union um Unterstützung, wie der Deutschlandfunk berichtete.
Brände in Deutschland teilweise unter Kontrolle
In Deutschland selbst gibt es ebenfalls mehrere Brände. Im Hürtgenwald in der Eifel ist die Lage unter Kontrolle, doch Glutnester müssen weiter bekämpft werden, wie eine Sprecherin des Kreises Düren mitteilte. Im Schwarzwald bei Schramberg hat sich ein Brand auf etwa zehn bis zwölf Hektar ausgeweitet, die Löscharbeiten gestalten sich aufgrund des unwegsamen Geländes schwierig, wie der SWR berichtete. In Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Bayern konnten die Feuerwehren hingegen vorläufig Entwarnung geben, kontrollieren die Gebiete aber weiterhin.