SPD und Brandts Sohn empören sich über Berliner Wahlkampfmotiv
Die Berliner AfD wirbt im Wahlkampf mit einem Plakat, das ihre Spitzenkandidatin Kristin Brinker gemeinsam mit den ehemaligen Regierenden Bürgermeistern Ernst Reuter, Richard von Weizsäcker und Willy Brandt zeigt. Das Motiv sorgt für Aufsehen und scharfe Kritik, wie die Berliner Zeitung berichtet. Der SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach lehnte das Plakat ab und verwies auf ein Zitat Willy Brandts: „Es ist gut für Deutschland, wenn der erklärte Rechtsextremismus nicht in den Parlamenten vertreten ist.“ Für ihn sei das Motiv eine Mahnung, an den Wahltagen gegen die AfD zu stimmen.
Brandts Sohn lehnt AfD-Plakat ab
Auch Matthias Brandt, Sohn des früheren Bundeskanzlers, äußerte sich ablehnend. In seinem Buch „Nein Sagen“ betont er, sein Vater stehe für Werte, die der AfD widersprächen.
AfD räumt Zweifel am Plakat ein
Die Instrumentalisierung durch die Partei sei das Letzte, was Willy Brandt verdient habe. Brinker selbst räumte ein, mit dem Motiv gehadert zu haben, da sie nicht anmaßend wirken wolle. Die Kollegen hätten das Plakat jedoch als passend zum Slogan „Berlin stark machen“ empfunden.
AfD-Plakate nur in drei Berliner Bezirken
Wie viele Plakate in Berlin hängen, ist unklar, da die Bezirksverbände darüber entscheiden. Bisher sei das Motiv in drei Bezirken im Einsatz, so Brinker.