AfD-Kandidat stellt Fragen an Veranstalter und Sponsoren
In einer ausführlichen Pressemitteilung kritisiert Thorsten Wassermann weniger die politische Positionierung an sich als deren Platzierung im Umfeld der Sponsorenhinweise. Auf den Veranstaltungsbildschirmen wurden unter anderem Unternehmen und Institutionen wie Stadtwerke Osnabrück, Sparkasse Osnabrück, AOK, NOZ, dm und L&T als Partner beziehungsweise Sponsoren präsentiert.
Der AfD-OB-Kandidat will deshalb unter anderem wissen, wer die Einblendung veranlasst hat und ob die Sponsoren über die politische Botschaft informiert waren. Besondere Bedeutung misst Wassermann dabei der Beteiligung kommunaler Unternehmen bei – auch vor dem Hintergrund der bevorstehenden Kommunal- und Oberbürgermeisterwahl am 13. September.
„Wer Menschen von einer politischen Position überzeugen möchte, sollte ihnen Argumente anbieten – nicht lediglich eine Beschimpfung“, heißt es in der Mitteilung des AfD-Kandidaten. Zugleich fordert er eine transparente Antwort des Veranstalters und der beteiligten kommunalen Partner.
Stadtwerke: Botschaft wurde nicht abgestimmt
Die Stadtwerke Osnabrück haben sich inzwischen auf Anfrage der HASEPOST geäußert – und machen deutlich, dass die politische Einblendung nicht Teil ihrer Vereinbarung mit dem Festival war.
„Wir haben das diesjährige Schlossgarten Open Air im Rahmen einer Werbekooperation unterstützt. Unsere Vereinbarung umfasst die Präsenz des Stadtwerke-Logos. Auf die programmliche Gestaltung sowie auf weitere Inhalte, Einblendungen oder Botschaften der Veranstaltung haben wir keinen Einfluss. Diese liegen in der Verantwortung des Veranstalters und wurden nicht mit uns abgestimmt. Als kommunales Unternehmen handeln wir parteipolitisch neutral. Gleichzeitig stehen wir entsprechend unserer Unternehmenswerte für Offenheit, Respekt und Vielfalt“, teilte ein Stadtwerke-Sprecher mit.
Stadt verweist auf privatwirtschaftliche Kulturveranstaltung
Auch die Stadt Osnabrück hat sich gegenüber unserer Redaktion geäußert: „Das Schlossgarten Open Air ist eine privatwirtschaftliche Kulturveranstaltung, die von einem privaten Veranstalter eigenverantwortlich geplant, organisiert und durchgeführt wird. Die Stadt Osnabrück ist weder Veranstalterin noch redaktionell, technisch oder inhaltlich an der Gestaltung des Bühnenprogramms, der Bildschirminhalte oder der Werbeeinblendungen beteiligt. Der Umstand, dass es sich beim Schlossgarten um ein städtisches Grundstück handelt und die Verwaltung selbst zur Neutralität verpflichtet ist, begründet keine inhaltliche Einflussnahme auf private Dritte; es gilt die grundgesetzlich geschützte Meinungs- und Kunstfreiheit. Zu etwaigem Sponsoring eigenständiger Unternehmen – auch mit kommunaler Beteiligung – sowie den konkreten Einblendungen verweisen wir an die jeweiligen Akteure bzw. den Veranstalter“, so ein Stadtsprecher.
Weitere Antworten stehen noch aus
Damit bleibt zunächst offen, von wem die „FCK AFD“-Einblendung veranlasst wurde und ob weitere Sponsoren vorab darüber informiert waren. Die HASEPOST hat auch die Sparkasse Osnabrück als weiteren großen Sponsor sowie den Konzertveranstalter Goldrush um Stellungnahmen gebeten. Eine Antwort blieb jedoch aus.
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