Umfrage: Große Mehrheit billigt Rückzug nach Leihmutterschaft
Der Rücktritt von Jens Spahn als Unionsfraktionschef hat eine breite Zustimmung in der Bevölkerung gefunden. Laut einer repräsentativen Umfrage des Instituts YouGov halten 80 Prozent der Befragten den Schritt für richtig, wie onvista.de berichtet. Nur 8 Prozent bewerten den Rücktritt als falsch, 12 Prozent machten keine Angabe. Spahn und sein Mann hatten bekannt gegeben, dass ihr Sohn Georg durch eine Leihmutter in den USA zur Welt kam – ein Vorgehen, das in Deutschland verboten ist und das Spahn selbst in der Vergangenheit kritisiert hatte.
87 Prozent halten Spahns Kritik für berechtigt
In der Union löste dies einen Sturm der Empörung aus, der schließlich zum Rücktritt führte. Auch das RTL/ntv-Trendbarometer bestätigt die hohe Akzeptanz für die Kritik an Spahn: 87 Prozent der Befragten halten die Vorwürfe gegen ihn für berechtigt, wie n-tv.de mitteilt. Selbst in seiner eigenen Partei, der CDU/CSU, sehen 85 Prozent die Kritik als gerechtfertigt an. In anderen Parteien liegt die Zustimmung sogar noch höher, etwa bei den Grünen mit 94 Prozent oder der AfD mit 93 Prozent.
Grüne fordern Debatte über Leihmutterschaft in Deutschland
Die Debatte um Spahns Rücktritt hat zugleich eine neue Diskussion über die in Deutschland verbotene Leihmutterschaft ausgelöst. Während die CDU weiterhin am Verbot festhält, fordern die Grünen eine erneute Auseinandersetzung mit dem Thema. Grünen-Fraktionschefin Britta Haßelmann betonte, die aktuelle gesellschaftliche Debatte zeige, dass eine inhaltliche Befassung mit den Ergebnissen der Kommission zur reproduktiven Selbstbestimmung und Fortpflanzungsmedizin geboten sei, wie die Tagesschau berichtet. Die Kommission hatte im April 2024 empfohlen, Leihmutterschaft in bestimmten Fällen zuzulassen, sofern der Schutz der Leihmutter und das Kindeswohl gewährleistet seien.
Ethikrat kritisiert Doppelmoral bei Leihmutterschaftsverbot
Der Ethikrat warnt indes vor einer „Doppelmoral“ der Gesellschaft, da viele Paare ins Ausland ausweichen, um ihren Kinderwunsch zu erfüllen, während das Verbot im Inland aufrechterhalten wird. CDU-Bundesvize Karin Prien zeigte sich offen für eine Überprüfung des Embryonenschutzgesetzes, betonte aber, dass die CDU ihre ablehnende Haltung zur Leihmutterschaft nicht ändern werde. Die Verfassungsrechtlerin Frauke Brosius-Gersdorf plädiert unterdessen für eine Legalisierung in Deutschland, sofern strenge Voraussetzungen wie finanzielle Absicherung der Leihmütter erfüllt seien, wie der Spiegel berichtet.
