In Deutschland steigt die Zahl geringqualifizierter Erwachsener seit 2019 deutlich an. Laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung leben derzeit rund 4,6 Millionen Erwachsene ohne Berufsabschluss im Land, jährlich kommen etwa 100.000 hinzu. Die Arbeitslosenquote dieser Gruppe ist sechsmal so hoch wie bei Menschen mit Ausbildung und gilt Experten als Warnsignal für den Arbeitsmarkt.
Zahl der Geringqualifizierten wächst deutlich
Nach einer Studie der Bertelsmann-Stiftung, über die das „Handelsblatt“ berichtet, gibt es in Deutschland rund 4,6 Millionen geringqualifizierte Erwachsene. Ihre Zahl steigt seit 2019 stetig, pro Jahr kommen etwa 100.000 hinzu. Seit dem Vor-Corona-Jahr kamen demnach 650.000 Personen hinzu, was einem Zuwachs um 17 Prozent entspricht.
Hohe Arbeitslosigkeit trotz Fachkräftemangel
Die Menschen ohne Abschluss haben nur geringe Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Ihre Arbeitslosenquote liegt bei 21,3 Prozent und ist damit sechsmal so hoch wie die von Menschen mit Berufsausbildung. Oft arbeiten sie in Helferjobs oder im Niedriglohnsektor.
Studie warnt vor fehlender Qualifizierung
„Menschen ohne Abschluss haben schlechte Chancen auf dem Arbeitsmarkt“, sagte Gunvald Herdin, Arbeitsmarktexperte der Bertelsmann-Stiftung, laut „Handelsblatt“. Dass die Arbeitslosenquote so hoch sei, obwohl in vielen Berufen ein Mangel an Fachkräften bestehe, sei ein deutliches Warnsignal. Hier brauche es Qualifizierung, um aus Helfern Fachkräfte zu machen. Je nach Beruf könnten schon wenige Teilqualifikationen die Lücke zwischen Helfer- und Fachkraftjob füllen.
