Der Wirtschaftsweise Gabriel Felbermayr begrüßt die Ergebnisse des Koalitionsausschusses und spricht von zukunftsweisenden Reformen. Auch Ökonom Simon Jäger lobt Teile der Einigung, sieht jedoch bei der geplanten Ausweitung von Befristungen deutliche Risiken für Beschäftigte.
Wirtschaftsweiser sieht „sehr gute Nachricht“
Der Wirtschaftsweise Gabriel Felbermayr befürwortet die Maßnahmen, auf die sich der Koalitionsausschuss geeinigt hat. „Dass die Bundesregierung in der Lage ist, durchaus zukunftsweisende Reformen anzugehen, ist eine sehr gute Nachricht“, sagte Felbermayr dem „Handelsblatt“. Er habe die Hoffnung, dass es doch möglich sei, das Land zu modernisieren. „Es geht offenbar auch sachorientiert, konstruktiv, mit Experteninput“, so Felbermayr laut „Handelsblatt“.
Felbermayr bezeichnet die Vereinbarung, bei der Steuer kleine und mittlere Einkommen zu entlasten und dies mit einer höheren Reichensteuer gegenzufinanzieren, als „nachvollziehbaren Deal“. Die künftige Höhe der Reichensteuer sei mit 47 Prozent auch noch moderat. „Sehr gut ist auch die Lockerung des Kündigungsschutzes für gut verdienende Personen“, sagte Felbermayr dem „Handelsblatt“.
Zustimmung und Kritik von Ökonom Simon Jäger
Den Plan der Koalition an der Stelle lobte auch der Ökonom Simon Jäger von der Universität Princeton. „Diese Regelung ist ein wichtiger Anfang für die Erhöhung der Mobilität am Arbeitsmarkt“, sagte er dem „Handelsblatt“.
Bedenken wegen mehr Befristungen
Den Beschluss, Betrieben künftig bei Arbeitsverträgen sechs Befristungen in Folge zu ermöglichen, kritisierte Jäger hingegen. „Unter diesen Rahmenbedingungen wird sich jeder Arbeitnehmer sehr gut überlegen, ob er oder sie die derzeitige Stelle kündigt“, sagte er dem „Handelsblatt“.
