Feuer nähert sich deutscher Grenze – 30 Menschen müssen Häuser verlassen
Im Naturschutzgebiet Hohes Venn in Belgien wütet weiterhin ein großer Waldbrand, der sich bereits auf über 3.000 Hektar ausgebreitet hat. Am Sonntagabend näherten sich die Flammen der deutschen Grenze, sodass die Stadt Monschau die Evakuierung von 17 Häusern in den Straßenzügen Ruitzhof und Geisberg anordnete. Betroffen sind rund 30 Menschen, die in einer kleinen deutschen Exklave leben, die von belgischem Gebiet umschlossen ist. Die Feuerwehr Monschau gab an, dass sich der Wind gedreht habe und das Feuer wieder auf die deutsche Grenze zubewege, wie die Tagesschau berichtet. Um 18:15 Uhr sei der Brand noch 2,8 Kilometer von der Grenze entfernt gewesen, doch die Flammen näherten sich weiter an eine zuvor gezogene „rote Linie“ im Wald an.
Rauchgefahr zwingt zur Evakuierung in Monschau
Sobald diese überschritten werde, sollten weitere Evakuierungen folgen. Die Betroffenen wurden aufgefordert, bei Verwandten oder Freunden außerhalb der gefährdeten Bereiche unterzukommen. Eine Notunterkunft wurde in Simmerath eingerichtet. Wegen der starken Rauchentwicklung hatte die Stadt Monschau bereits am Sonntagmorgen Bewohnern in Leyloch, Plattevenn und Kalterherberg empfohlen, ihre Häuser vorerst zu verlassen. Gesundheitliche Gefahren durch den Rauch seien nicht auszuschließen, so die Tagesschau.
Feuer stoppt an deutscher Grenze – Regen hilft
Der Spiegel berichtet hingegen, dass das Feuer am Montagmorgen nicht weiter auf die deutsche Grenze vorrückte. Regen und ausbleibender Wind hätten die Lage etwas entschärft, sagte der Monschauer Einsatzleiter Philipp Krüger. Die evakuierten Bewohner könnten jedoch noch nicht in ihre Häuser zurückkehren. Weitere Evakuierungen seien derzeit nicht geplant. Die Bekämpfung des Brandes gestalte sich besonders schwierig, da der Boden im Hohen Venn aus Torf und Heideland bestehe, in dem schweres Gerät versinke.
Torfbrände verlängern Löscharbeiten um Wochen
Zudem brennen bereits die Torfschichten im Hochmoor, was die Löscharbeiten voraussichtlich noch wochenlang dauern lasse, wie die Tagesschau weiter mitteilt. Die Bundeswehr unterstützt Belgien mit zwei NH90-Hubschraubern, die für sieben Tage Löschwasserbehälter einsetzen sollen, wie der Spiegel und die Tagesschau übereinstimmend berichten. Auch niederländische und schwedische Löschflugzeuge sowie Hubschrauber aus Tschechien sind im Einsatz. Die Brandursache ist weiterhin unklar, die Staatsanwaltschaft Lüttich hat Ermittlungen aufgenommen.