Feuer in Aude und Pyrénées-Orientales: Tausende evakuiert, Industriezone bedroht
In Südfrankreich wüten seit Donnerstag mehrere Großbrände, die bereits erhebliche Schäden angerichtet haben. Im Département Aude brannten bei Pouzols-Minervois rund 900 Hektar Land, wie die dortige Präfektur mitteilte. 750 Feuerwehrleute waren dort im Einsatz, um die Flammen zu bekämpfen. Parallel dazu zerstörte ein Waldbrand an der Mittelmeerküste zwischen Sainte-Marie-la-Mer und Canet-en-Roussillon 256 Bungalows auf Campingplätzen.
Nordwind treibt Feuer auf Campingplatz zu
Rund 1500 Menschen mussten evakuiert werden, wie der Präfekt des Départements Pyrénées-Orientales, Pierre Regnault de la Mothe, erklärte. Zwei Feuerwehrleute wurden dabei leicht verletzt. Der Brand war nahe einem Campingplatz ausgebrochen und breitete sich durch starken Nordwind rasant aus, wie der Bürgermeister von Sainte-Marie-la-Mer, Edmond Jorda, der Nachrichtenagentur AFP sagte. Im Hafenbereich von Canet-en-Roussillon brannten laut dem Regionalblatt L’Indépendant mehrere Boote, darunter eine Yacht.
Industriezone durch Brände akut gefährdet
Besonders besorgniserregend ist die Lage in einer angrenzenden Industriezone, in der umweltgefährdende und entzündliche Stoffe lagern. Die 35 Unternehmen des benachbarten Bootsgewerbes wurden vorsorglich geräumt. Zur Brandbekämpfung waren vier Hubschrauber und drei Löschflugzeuge vom Typ Canadair im Einsatz, wie Reuters berichtet. Der Flughafen Perpignan wurde vorübergehend geschlossen.
Frankreichs Premierminister warnt vor Brandsaison
Landesweit kämpften rund 2000 Einsatzkräfte gegen mehrere Brände entlang der Mittelmeerküste. Im Département Aude wurden bei einem weiteren Brand in Narbonne drei Häuser zerstört und zwei weitere beschädigt. Frankreichs Premierminister Sébastien Lecornu berief in Marseille eine Krisensitzung ein und sprach von einer angespannten Lage. Für die laufende Saison nannte er bereits 7000 Brandausbrüche und 8700 verbrannte Hektar.
