Die Bundesregierung hat den chinesischen Botschafter in Deutschland am Donnerstag zu einem dringlichen Gespräch ins Auswärtige Amt gebeten. Hintergrund sind Berichte, wonach in China russische Soldaten ausgebildet werden und staatliche chinesische Akteure Russland unterstützen sollen. Die Bundesregierung sieht darin eine direkte Gefährdung der eigenen Sicherheit und verweist auf die Rolle Russlands als "größte Bedrohung" der euro-atlantischen Sicherheit.
Dringliches Gespräch im Auswärtigen Amt
Der chinesische Botschafter in Deutschland ist am Donnerstag zu einem dringlichen Gespräch ins Auswärtige Amt gebeten worden. Das berichtet der „Spiegel“. Thema des Treffens seien Berichte gewesen, nach denen in China russische Soldaten ausgebildet würden. Die Berichte beschreiben Unterstützung für Russland durch staatliche Akteure in China, namentlich die chinesische Volksbefreiungsarmee.
Aus dem Haus von Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) hieß es weiter, die Berichte seien „sehr besorgniserregend, denn grundsätzlich gilt das, was wir schon häufig klar gesagt haben: Russland ist die größte Bedrohung unserer euro-atlantischen Sicherheit“. Alles, was Russland in die Lage versetze, seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine weiterzuführen, sei auch eine Bedrohung für die eigene Sicherheit. Chinas entscheidende und wachsende Unterstützung für Russlands brutalen Angriffskrieg betreffe daher direkt die eigene Sicherheit, hieß es aus dem Auswärtigen Amt.
Sorge über Chinas Rolle
Die Bundesregierung mache in allen Gesprächen mit der chinesischen Seite sehr deutlich, wie stark einen Chinas Unterstützung für Russland besorge, so die Angaben aus dem Haus von Außenminister Wadephul. So habe auch Bundeskanzler Friedrich Merz bei seinem Besuch in China im Februar das Thema gegenüber dem chinesischen Staats- und Parteichef Xi Jinping angesprochen.
Auch bespreche man das Thema intensiv mit den europäischen Partnern, wie aus Regierungskreisen verlautete. Die Bitte um ein dringliches Gespräch ist ein Mittel des deutlichen diplomatischen Protests, aber noch keine formelle Einbestellung, heißt es weiter.
