Volkswagen steht einem Medienbericht zufolge kurz vor einer Entscheidung über den Verkauf seines Schiffsmotorenherstellers Everllence. Der Konzernvorstand beriet demnach am Mittwochnachmittag über eine Empfehlung, welche der drei Bieterparteien den Zuschlag erhalten soll, für den Abend war eine Aufsichtsratssitzung angesetzt. Den Wert von Everllence taxieren Beteiligte auf acht bis neun Milliarden Euro, Volkswagen will 51 Prozent der Anteile abgeben.
Vorstandsempfehlung und Aufsichtsratssitzung
Wie die FAZ in ihrer Donnerstagausgabe schreibt, sollte der Vorstand des Wolfsburger Automobilkonzerns am Mittwochnachmittag beraten und eine Empfehlung aussprechen, welche der drei Bieterparteien Everllence übernehmen soll. Für den Abend hat der Aufsichtsrat des Konzerns eine Sitzung anberaumt, in der nach dieser Empfehlung weiter über den Verkauf entschieden werden soll.
Den Wert von Everllence taxieren Beteiligte auf acht bis neun Milliarden Euro. Volkswagen lehnt eine Stellungnahme zu den Informationen ab, wie es in dem Bericht heißt.
Drei Bieter und ein ungewöhnliches Konsortium
Um die Mehrheit an der Schiffsmotoreinheit bemühen sich nach Auskunft aus Finanzkreisen drei Beteiligungsgesellschaften. Eine davon bietet in einem ungewöhnlichen Konsortium: zusammen mit dem Volkswagen-Hauptaktionär Porsche SE und dem VW-Großaktionär Qatar.
Auch die Private-Equity-Häuser haben sich in der Vergangenheit nicht zu dem Vorgang geäußert. Nach Angaben von Insidern, auf die sich der Bericht bezieht, hatte Volkswagen den Verkaufsprozess im Spätsommer vergangenen Jahres „aufs Gleis gesetzt“, als der Konzern zwei US-Investmentbanken mandatierte.
Traditionssparte mit neuem Namen
Everllence ist der neue Name der Traditionssparte MAN Diesel und Turbo, die zwischendurch einige Jahre MAN Energy Solutions (MAN ES) hieß. VW hatte das Geschäft vor rund 15 Jahren mehrheitlich übernommen und wollte es 2019 schon wieder verkaufen. Dieser erste Anlauf scheiterte.
Nun will VW 51 Prozent der Anteile an Everllence abgeben. Everllence erzielte im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben mit 16.200 Beschäftigten 4,9 Milliarden Euro Umsatz. Drei Beteiligungshäuser kamen in die engere Wahl und unterbreiteten Anfang des Monats vorläufige Offerten, in denen sie Pläne zu Standorten und Arbeitsplätzen beschrieben. Anfang dieser Woche legten sie dem Vernehmen nach Offerten mit einem konkreten Preis vor.
