In der laufenden Tarifrunde für den Handel hat die Gewerkschaft Verdi am Donnerstag erneut tausende Beschäftigte zu Warnstreiks aufgerufen. Im Fokus stehen besonders Filialen und Logistikzentren des Handelskonzerns Kaufland, der zur Schwarz-Gruppe gehört. Verdi rechnet mit spürbaren Auswirkungen in den Märkten.
Warnstreiks bei Kaufland im gesamten Bundesgebiet
Die Gewerkschaft Verdi hat für Donnerstag und die folgenden Stunden zu umfassenden Warnstreiks im Handel aufgerufen. Betroffen sind vor allem Standorte des Handelskonzerns Dieter Schwarz, zu dem Kaufland gehört. Schwerpunkt der Aktionen sind Kaufland-Filialen und Logistikstandorte.
Verdi-Bundesvorstandsmitglied Silke Zimmer, zuständig für den Handel, begründete die Aktionen mit der großen wirtschaftlichen Bedeutung des Konzerns und der Einkommenssituation der Beschäftigten. „Dieter Schwarz ist mit Abstand der reichste Mensch in Deutschland, seine Beschäftigten haben sein Milliardenvermögen durch ihren Fleiß mit erarbeitet – aber ihr eigener Lohn reicht oftmals nicht bis zum Monatsende“, sagte Zimmer laut Verdi.
Kritik an „Missverhältnis“ zwischen Gewinn und Löhnen
Zimmer verwies auf die aus Sicht der Gewerkschaft unzureichenden Einkommenssteigerungen im Unternehmen. „Bei diesem Konzern wird das Missverhältnis zwischen hohen Gewinnen und niedrigen Löhnen besonders deutlich: Es ist aus unserer Sicht nicht nachvollziehbar, weshalb Kaufland seine Beschäftigten nicht mit fairen Entgeltsteigerungen am Erfolg beteiligt“, sagte sie laut Verdi.
Bestreikt werden nach Angaben der Gewerkschaft unter anderem Kaufland-Logistikzentren, die hunderte Filialen beliefern. Der Beginn der Arbeitsniederlegungen war für Donnerstagmorgen vorgesehen. Nach den Plänen von Verdi soll der Streik bis zu 48 Stunden andauern.
Mögliche Auswirkungen auf Filialen und Verhandlungen
Durch die Streiks könne es zu Lieferengpässen und ausgedünnten Regalen in Kaufland-Filialen kommen, teilte Verdi mit. Die Gewerkschaft sieht die Arbeitsniederlegungen im Zusammenhang mit der laufenden Tarifrunde für den Handel, bei der Vertreter von Kaufland an mehreren regionalen Verhandlungstischen beteiligt sind.
Bei den Tarifverhandlungen säßen Kaufland-Vertreter in Bayern, Berlin-Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen mit an den Verhandlungstischen, so Verdi. „Damit hat Kaufland ein großes Gewicht in den Arbeitgeberkommissionen und ist für das bisherige inakzeptable Angebot der Arbeitgeber mit Nullmonaten und Reallohnverlusten mitverantwortlich“, sagte Zimmer laut Gewerkschaft.
