Es ist eines der Spiele, auf das die VfL-Fans seit der Auslosung im Dortmunder Fußballmuseum hinfiebern – und nun steht auch der genaue Termin fest. Wie der Deutsche Fußball-Bund am heutigen Mittwoch bekannt gab, wird die Erstrundenpartie zwischen dem VfL Osnabrück und dem deutschen Rekordmeister FC Bayern München am Mittwoch, dem 2. September, um 20:45 Uhr an der Bremer Brücke angepfiffen. Ein Flutlichtspiel unter besten Pokal-Voraussetzungen.
Dass der Pokal-Auftritt der Lila-Weißen rund eineinhalb Wochen nach dem eigentlichen Pokalwochenende (21. bis 24. August) stattfindet, liegt am Spielkalender der Münchner: Der FC Bayern bestreitet am ursprünglich vorgesehenen Termin den Franz-Beckenbauer-Supercup gegen Borussia Dortmund. Die Erstrundenpartie an der Bremer Brücke wird daher um knapp zwei Wochen nach hinten geschoben.
Doublesieger Bayern: 122-Tore-Rekord und ein Kader voller Weltstars
Wer da nach Osnabrück kommt, hat sich die Reise an die Brücke redlich verdient. Mit dem FC Bayern empfängt der VfL den frisch gekürten deutschen Double-Sieger. Die Mannschaft von Trainer Vincent Kompany sicherte sich in der Saison 2025/26 bereits am 30. Spieltag die 35. Meisterschaft des Vereins und legte gut einen Monat später mit dem 3:0 im DFB-Pokalfinale gegen den VfB Stuttgart auch den 21. Pokaltitel obendrauf. Statistisch war die zurückliegende Bundesliga-Saison historisch: 122 Tore in 34 Spielen markieren einen neuen Bayern-Rekord. Maßgeblicher Anteil daran hatte natürlich Top-Torjäger Harry Kane, der seine Torquote in seinem zweiten Bayern-Jahr nochmal anhob und alleine im jüngsten Pokalfinale gegen Stuttgart dreifach traf.
Neben Kane bringt Kompany weitere Weltklasse-Spieler an die Bremer Brücke – von Jamal Musiala über Joshua Kimmich, Michael Olise, Jonathan Tah bis hin zu Rekordtorhüter Manuel Neuer. Mehrere von ihnen kommen zudem mit zusätzlicher Bühnenpräsenz im Reisegepäck zurück, schließlich endet die Fußball-Weltmeisterschaft in Kanada, den USA und Mexiko erst Mitte Juli.
Sensation 1978, Drama 2001 – die VfL-Pokalduelle mit dem FCB
Ein komplett unbeschriebenes Blatt ist das Aufeinandertreffen für die Lila-Weißen nicht. Es ist bereits das vierte Pflichtspielduell des VfL mit dem FC Bayern. Vor allem das erste hat sich tief in die lila-weißen Geschichtsbücher eingegraben: Am 23. September 1978 reiste der VfL als Zweitliga-Tabellenachter zum Pokal-Auswärtsspiel ins Münchner Olympiastadion und warf den Rekordmeister sensationell mit 5:4 aus dem Wettbewerb. Held der Partie war Mittelstürmer Andreas Wagner, der mit seinen Treffern – darunter dem entscheidenden 5:4 in der 71. Minute – die Partie maßgeblich entschied. Sogar zwei Treffer von „Bomber der Nation“ Gerd Müller reichten der mit zahlreichen Weltmeistern von 1974 gespickten Bayern-Elf nicht.
Beim zweiten Pokalduell am 12. Dezember 2001 wartete dann das Drama im umgekehrten Vorzeichen. Vor 17.500 Zuschauern im damals noch Piepenbrock-Stadion genannten Stadion an der Bremer Brücke verloren die Lila-Weißen knapp mit 2:3 – nachdem Roy Makaay in der 90. Minute den Siegtreffer für die Münchner erzielt hatte. Im dritten Aufeinandertreffen 2004 setzte sich der FCB ebenfalls durch. Seit jenem 2004er-Spiel ist der Rekordmeister nicht mehr an der Bremer Brücke zu Gast gewesen – 22 Jahre Wartezeit haben für VfL-Fans nun ein Ende.
Doppelte Bayern-Erfahrung im VfL-Kader
Bayern-Erfahrung bringt der aktuelle VfL-Kader übrigens auch mit: Stürmer Robin Meißner traf 2022 im Trikot von Viktoria Köln in der ersten Pokalrunde auf die Bayern, musste sich damals jedoch mit 0:5 im RheinEnergieSTADION geschlagen geben. Sein offensiver Mitspieler Kai Pröger kann nach Vereinsangaben sogar bereits einen Treffer gegen den FCB verbuchen – allerdings außerhalb des DFB-Pokals.
Für die Lila-Weißen, die nach ihrer Drittliga-Meisterschaft ab dem 7. August in der 2. Bundesliga an den Start gehen, bedeutet das Spiel ein echtes Saison-Highlight knapp vier Wochen nach dem Zweitliga-Auftakt. Übertragen wird die Partie wahlweise im Pay-TV bei Sky oder im Free-TV in der ARD. Informationen rund um den Ticketverkauf folgen nach Vereinsangaben erst nach Abwicklung des Dauerkartenverkaufs in den kommenden Wochen. Eines aber dürfte jetzt schon feststehen: Der Run auf die heißbegehrten Karten wird gewaltig sein.
