Der VfL Osnabrück kann auch nach dem turbulenten Feierwochenende rund um Pokalübergabe und Heimspiel-Saisonabschluss nicht aufhören, Erfolgsmeldungen zu produzieren. Cheftrainer Timo Schultz ist von der 3. Liga zum Trainer der Saison gewählt worden, die Fans der Lila-Weißen haben einen neuen Zuschauerrekord aufgestellt – und mit Robin Meißner bleibt der torgefährlichste Akteur dieser Spielzeit langfristig an der Bremer Brücke.
75 Prozent für Schultz: Klare Sache beim Trainer der Saison
Am Montag wurde Timo Schultz im offiziellen Voting der 3. Liga zum Trainer der Saison 2025/26 gekürt. Nach der Vorauswahl durch die Kapitäne und amtierenden Cheftrainer der 20 Drittligisten setzte sich der 48-Jährige im Fanvoting souverän gegen Tobias Strobl vom SC Verl durch. Ganze 75 Prozent aller Stimmen fielen auf den VfL-Meistercoach – das deutlichste Votum in den drei ausgeschriebenen Kategorien und damit ein echtes Statement der Drittliga-Fans für die Arbeit an der Bremer Brücke.
Schultz selbst ordnet die Auszeichnung als Teamerfolg ein. „Diese persönliche Auszeichnung ist Ausdruck für eine echte Teamleistung, auf und neben dem Platz. Jeder und jede hat ihre Aufgabe angenommen und einen tollen Job gemacht. Jetzt wollen wir in der 2. Bundesliga unsere Reise weiter fortführen!“, so der Cheftrainer gegenüber den Vereinsmedien.
Ein Blick auf die nackten Zahlen unterstreicht, wie verdient die Wahl ausgefallen ist. In 37 Drittligapartien fuhr Schultz mit seinem Trainerteam 23 Siege und acht Unentschieden ein, der Punkteschnitt liegt bei starken 2,08. Im Kalenderjahr 2026 musste der VfL unter seiner Führung sogar erst eine einzige Niederlage hinnehmen. Übergeben wird die Auszeichnung offiziell vor dem Saisonfinale am Samstag in Großaspach beim VfB Stuttgart II. In den weiteren Kategorien setzten sich Tolcay Cigerci vom FC Energie Cottbus als Spieler der Saison und Noah Darvich vom VfB Stuttgart II als Newcomer durch. VfL-Joker Ismail Badjie unterlag Darvich im Newcomer-Voting mit 41 zu 47 Prozent der Stimmen hauchdünn.
282.027 Fans: Die Brücke war ein Bollwerk
Auch abseits des Platzes hat der VfL in dieser Saison Maßstäbe gesetzt. 282.027 Zuschauer kamen in den 19 Heimspielen an die Bremer Brücke – ein neuer ligaübergreifender Vereinsrekord. Achtmal war die Bremer Brücke ausverkauft, der Heimbereich war zu 99 Prozent ausgelastet. Im Schnitt sahen 14.844 Zuschauer die Heimspiele der Lila-Weißen – auch das ein neuer Bestwert. Dass die Mannschaft in der Rückrunde an der Bremer Brücke kein einziges Spiel verloren hat, war somit ohne Frage auch ein Verdienst der Anhängerschaft auf den Rängen.
Meißner bleibt: Top-Torschütze unterschreibt fest
Auch personell läuft es rund. Bereits am Samstag, am Rande des letzten Heimspiels gegen den SSV Ulm, hatte der VfL die wohl wichtigste Personalie für die kommende Zweitliga-Saison verkündet: Robin Meißner, der im vergangenen Sommer zunächst auf Leihbasis von Dynamo Dresden an die Bremer Brücke gewechselt war, bleibt den Lila-Weißen fest erhalten. Während gleichzeitig insgesamt neun Spieler aus dem aktuellen Profikader verabschiedet wurden, sorgte die Meißner-Verkündung für jede Menge gute Laune in Lila-Weiß. Der Angreifer ist mit 13 Treffern und zehn Vorlagen der erfolgreichste VfL-Torschütze dieser Drittliga-Saison. In jedem möglichen Ligaspiel nominierte ihn Schultz in die Startelf, „Meise“ absolvierte 96 Prozent der möglichen Minuten – Zahlen, die seine Bedeutung für die Aufstiegsmannschaft eindrucksvoll belegen.
Joe Enochs, Direktor Profifußball beim VfL, begründet die Verpflichtung mit klaren Worten. „Robin hat vom ersten Tag an gezeigt, dass er hervorragend zu unserem Spiel und zu unserem Verein passt. Er arbeitet viel für die Mannschaft, ist flexibel einsetzbar und bringt im letzten Drittel Qualität mit. Deshalb freuen wir uns sehr, dass wir ihn fest an den VfL binden konnten“, erklärt die Vereinslegende gegenüber den Vereinsmedien.
Auch der Technische Direktor Daniel Latkowski ordnet den Transfer ein. „Wir sind sehr froh, dass der Transfer im August des letzten Jahres so über die Bühne gegangen ist und sich sportlich voll ausgezahlt hat. Robin ist elementarer Bestandteil der Aufstiegsmannschaft. Wir sind froh, dass er auch in der 2. Bundesliga für den VfL auf Torejagd geht“, so Latkowski.
Meißner selbst freut sich über die gemeinsame Zukunft. „Ich habe mich beim VfL und in Osnabrück von Beginn an sehr wohlgefühlt. Die Mannschaft, das Umfeld und die Fans haben es mir leicht gemacht, hier anzukommen. Deshalb freue ich mich sehr, dass ich auch über den Sommer hinaus Teil dieses Vereins bleibe. Die letzte Saison wird für immer in meinem Kopf bleiben, doch wir wollen diese Erfolgsgeschichte weiterschreiben“, wird der Angreifer in der Mitteilung des Vereins zitiert.
Bleibt auch Offensivpartner Kehl beim VfL?
Ein offener Punkt bleibt zumindest beim engsten Offensivpartner. Lars Kehl, der sich in den vergangenen beiden Spielzeiten zu einem wichtigen Faktor im VfL-Offensivspiel entwickelte und in dieser Saison mit zwölf Vorlagen einer der zentralen Vorbereiter für Top-Torschütze Meißner war, wurde am Samstag aufgrund seines auslaufenden Vertrags zunächst verabschiedet. Die Gespräche über ein neues Engagement laufen aber noch – für VfL-Fans Grund genug, vorerst auf eine weitere positive Personalmeldung zu hoffen.
Bevor es so weit ist, steht für die Lila-Weißen am kommenden Samstag noch das Saisonfinale beim VfB Stuttgart II an – zuglech der Anlass, an dem Schultz seine persönliche Auszeichnung in den Händen halten darf.