Die Präsidentin des Sozialverbands VdK, Verena Bentele, wirft der Bundesregierung Versagen bei der Bildungsgerechtigkeit vor. Laut aktueller Pisa-Studie erreicht rund jeder dritte 15-Jährige in Deutschland in Mathematik und Lesen nicht die Mindestkompetenz. Armut verschlechtere die Chancen von Kindern seit Jahrzehnten.
Armutsfolgen und Pisa-Befunde
Einkommensschwachen Familien fehlt es oft an Geld für Schulmaterialien, Nachhilfe oder digitale Geräte. "Kinder, die in Armut großwerden, haben schlechtere Bildungschancen. Das ist seit Jahrzehnten bekannt", sagte Bentele dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland".
Zusätzlich belasten beengte Wohnverhältnisse und psychischer Stress durch finanzielle Sorgen die Betroffenen. Die Pisa-Studie belegt, dass rund ein Drittel der 15-Jährigen in Deutschland in Mathematik und Lesen die Mindestkompetenz nicht erreicht. Der sozioökonomische Status erklärt dabei 19 Prozent der Leistungsunterschiede.
Forderungen des VdK
Bentele verlangt mehr Unterstützung für arme Familien. Investitionen in Kitas und Schulen seien zwar wichtig, reichten aber nicht aus. Sie kritisiert zudem die geplante Streichung des monatlichen Sofortzuschlags für von Armut betroffene Kinder und Jugendliche.
"Statt bei Kindern zu sparen, braucht es endlich einen Systemwechsel." Der VdK fordert flächendeckende Ganztagsschulen mit kostenlosem Mittagessen sowie eine kostenlose technische Ausstattung für den Schulunterricht.