Waffenruhe und Öffnung der Straße von Hormus vereinbart – Unterzeichnung am Freitag
Nach wochenlangen Verhandlungen haben sich die USA und der Iran auf ein Rahmenabkommen zur Beilegung ihres Konflikts verständigt. Wie der Vermittler Pakistan auf der Plattform X mitteilte, wurde die Einigung am Sonntag, dem 80. Geburtstag von US-Präsident Donald Trump, bekannt gegeben. Beide Seiten sowie Pakistans Ministerpräsident Shehbaz Sharif bestätigten die Vereinbarung, die unter anderem die sofortige und endgültige Beendigung der Militäroperationen an allen Fronten vorsieht – inklusive des Konflikts zwischen Israel und der proiranischen Hisbollah-Miliz im Libanon. Die offizielle Unterzeichnung ist für Freitag in Genf geplant, wie die Frankfurter Rundschau und die Tagesschau berichten.
Straße von Hormus bleibt gesperrt bis Minen geräumt
Im Zentrum des Abkommens steht die für den weltweiten Öl- und Gashandel bedeutende Straße von Hormus. Diese soll erst nach der Unterzeichnung wieder für den Schiffsverkehr freigegeben werden, wie Trump mitteilte. Als Grund nannte er notwendige Arbeiten zur Minenräumung. Im Gegenzug ordnete der US-Präsident die Aufhebung der Seeblockade iranischer Häfen an, eine zentrale Forderung Teherans. Trotz des noch ausstehenden Inkrafttretens sanken die Ölpreise kurz nach Bekanntwerden der Einigung deutlich, wie die Süddeutsche Zeitung und die FAZ übereinstimmend melden.
Iran erzwingt US-Garantien auch für Israel
Die iranische Seite betont, das Abkommen gehe über einen bloßen Waffenstillstand hinaus. Laut der halbstaatlichen Nachrichtenagentur Mehr News Agency habe der Iran die USA erstmals dazu gebracht, Garantien auch im Namen Israels zu unterzeichnen – ein Schritt, den Washington bisher stets abgelehnt hatte. Die US-Regierung hat den genauen Wortlaut des Abkommens jedoch noch nicht bestätigt. Während die iranische Nachrichtenagentur Tasnim von einer sofortigen Beendigung der Militäroperationen spricht, bleibt unklar, ob alle Details bereits finalisiert sind.
Merz fordert dauerhafte Öffnung der Meerenge
Bundeskanzler Friedrich Merz begrüßte die Einigung als „diplomatischen Durchbruch“ und forderte eine „zielstrebige Umsetzung“. Die Straße von Hormus müsse dauerhaft und uneingeschränkt für die freie Schifffahrt geöffnet werden, betonte Merz laut Tagesschau und Süddeutscher Zeitung. Zudem müssten weitere Verhandlungen sicherstellen, dass Iran sein militärisches Nuklearprogramm nachprüfbar beendet. Auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron kündigte für den beginnenden G7-Gipfel in Évian Gespräche über die dauerhafte Öffnung der Meerenge an.
Israel setzt Angriffe trotz Abkommen fort
In den Stunden vor der Bekanntgabe stand der Deal erneut auf der Kippe. Auslöser waren gegenseitige Angriffe zwischen Israel und der Hisbollah: Einer Attacke auf den Norden Israels folgte ein israelischer Gegenangriff in Vororten von Beirut. Trump ermahnte Israel öffentlich und rief alle Seiten zur Zurückhaltung auf, wie die FAZ und die Frankfurter Rundschau berichten. Die israelische Armee setzte ihre Angriffe im Libanon trotz der Ankündigung des Rahmenabkommens vorerst fort, wie die Süddeutsche Zeitung unter Berufung auf libanesische Quellen meldet.
Wer das Abkommen am Freitag in Genf unterzeichnen wird, ist auf beiden Seiten noch nicht abschließend geklärt. US-Vizepräsident JD Vance sagte dem Sender Fox News, er plane, dabei zu sein, möglicherweise auch Trump selbst. Von iranischer Seite rechnen Beobachter mit Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf oder Außenminister Abbas Araghtschi, wie die FAZ unter Berufung auf den Politikwissenschaftler Karim Sadjadpour berichtet.
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