Die Menschenrechtslage in Myanmar hat sich offenbar weiter verschlechtert, besonders für Minderheiten wie die Rohingya. Ein neuer UN-Bericht beschreibt systematische Gewalt, illegale Wirtschaftszweige und Umweltzerstörung als Treiber der Krise.
Systematische Gewalt und Konfliktwirtschaft
Laut dem Bericht leidet die Rohingya-Bevölkerung unter brutalen Misshandlungen. Gleichzeitig verschärfen illegale Wirtschaftszweige, vor allem der Abbau seltener Erden, die Not der Zivilbevölkerung. Der Zeitraum vom 1. Juni 2025 bis 31. Mai 2026 ist Grundlage der Analyse.
Militärische Gewalt gegen die Zivilbevölkerung, darunter Luftangriffe, Brandanschläge und Vertreibungen, sei in Myanmar an der Tagesordnung. Sowohl das myanmarische Militär als auch die rebellische Arakan-Armee begingen demnach systematische Menschenrechtsverletzungen gegen die Rohingya. In Nord-Rakhine verübte die Arakan-Armee willkürliche Verhaftungen, Folter und sexuelle Gewalt.
Ausbeutung und gesundheitliche Folgen
Kinder würden systematisch zur Arbeit gezwungen, und es gebe Berichte über Zwangsrekrutierungen sowie Misshandlungen von Gefangenen. Die Abwesenheit von Rechtsstaatlichkeit fördere illegale Wirtschaftszweige, die den Konflikt finanzieren und die Krise verschärfen.
Der illegale Abbau von Bodenschätzen und die Drogenproduktion verschlechtern die Menschenrechtslage weiter. Die Ausbeutung natürlicher Ressourcen zerstört zudem die Umwelt und traditionelle Gemeinschaftssysteme. Der Bericht verweist auf gesundheitliche Folgen wie Fehlgeburten und andere Komplikationen durch Umweltverschmutzung.
Appell des UN-Menschenrechtskommissars
"Dieser Bericht zeichnet ein Bild von Leid, Elend und Grausamkeit auf mehreren Ebenen und im ganzen Land, das einem das Herz bricht", sagte der Hohe Kommissar der Vereinten Nationen für Menschenrechte, Volker Türk. „Ich fordere alle Staaten, Unternehmen und Investoren auf, ihre Handlungen – oder ihr Untätigbleiben – ernsthaft zu hinterfragen und sich zu fragen: Ist das fair und gerecht gegenüber der Bevölkerung von Myanmar?“