Eine Mehrheit der Deutschen lehnt laut einer aktuellen Umfrage Koalitionen mit der AfD ab, zugleich wächst jedoch die Gruppe derjenigen, die eine Zusammenarbeit befürworten. Besonders deutlich zeigt sich ein Ost-West-Gefälle in der Einstellung zur sogenannten Brandmauer gegenüber der rechtspopulistischen Partei.
Mehrheit gegen Koalitionen – aber wachsende Zustimmung
Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag von „Stern“ und RTL ergab, dass 58 Prozent der Befragten Koalitionen mit der AfD ablehnen. 39 Prozent sprechen sich hingegen für eine Lockerung der sogenannten Brandmauer gegenüber der Partei aus. Drei Prozent der Befragten antworteten mit „weiß nicht“ (Quelle: Forsa im Auftrag von „Stern“ und RTL).
Deutliche Unterschiede zwischen West und Ost
Die Zustimmung zu Koalitionen mit der AfD variiert regional stark. Im Westen lehnen 61 Prozent der Befragten Regierungsbildungen mit der AfD auf Länderebene ab. In Ostdeutschland sieht dies eine knappe Mehrheit anders: Dort sind 53 Prozent der Meinung, die anderen Parteien sollten künftig Regierungskoalitionen mit der AfD eingehen (Quelle: Forsa im Auftrag von „Stern“ und RTL).
Haltung der Parteianhänger und Entwicklung der Brandmauer
Von den Anhängern der AfD sind aktuell 91 Prozent der Ansicht, dass die anderen Parteien mit ihrer Partei politisch zusammenarbeiten sollten. Unter den Anhängern aller anderen im Bundestag vertretenen Parteien lehnt jeweils eine große Mehrheit Koalitionen mit der AfD ab (Quelle: Forsa im Auftrag von „Stern“ und RTL).
Zugleich zeigt der Vergleich mit früheren Erhebungen eine Veränderung der Stimmungslage. „Die Brandmauer steht, aber sie wackelt“: Im Juni 2023 lehnten mit 73 Prozent noch deutlich mehr Bundesbürger Koalitionen mit der AfD ab. Damals sprachen sich lediglich 22 Prozent für eine Zusammenarbeit mit der AfD aus (Quelle: Forsa im Auftrag von „Stern“ und RTL).
Für die aktuelle Erhebung befragte Forsa am 16. und 17. Juli 2026 insgesamt 1.006 Deutsche (Quelle: Forsa im Auftrag von „Stern“ und RTL).
