Polizei sucht Eltern nach Fund in Lichterfelde – Mordkommission ermittelt
In einem Hinterhof der Berliner Thermometersiedlung in Lichterfelde ist am Mittwochmorgen ein toter Säugling entdeckt worden. Ein Anwohner alarmierte gegen 9.30 Uhr die Polizei, nachdem er das Neugeborene auf einer Grünfläche im Innenhof eines Wohnkomplexes an der Réaumurstraße gefunden hatte. Rettungskräfte konnten nur noch den Tod des Kindes feststellen, wie der Tagesspiegel und die Berliner Morgenpost übereinstimmend berichten. Die Polizei geht davon aus, dass der Säugling erst mehrere Stunden oder höchstens einen Tag alt war. Ob das Kind bereits tot war, als es abgelegt wurde, oder ob es am Fundort zu Tode kam, ist Gegenstand der Ermittlungen.
Polizei geht von Verbrechen aus
Eine Polizeisprecherin betonte gegenüber dem rbb, man müsse von einem Verbrechen ausgehen. Die 5. Mordkommission hat die Ermittlungen übernommen, rund 40 Beamte sind im Einsatz. Kriminaltechniker sichern DNA-Spuren, und eine Staatsanwältin ist vor Ort.
Haussuchung nach vermisster Mutter läuft
Auch Spürhunde und eine Drehleiter der Feuerwehr kamen zum Einsatz, um den Fundort und die umliegenden Gebäude zu durchsuchen. Nach Angaben des Tagesspiegels wurde eine Wohnung im Komplex aufgebrochen, doch dort wurde niemand angetroffen. Die Suche nach den Eltern, insbesondere der Mutter, läuft mit Hochdruck. Nachbarn berichteten von Schock und Fassungslosigkeit.
Mordkommission prüft Fenstersturz-Hypothese
Einige vermuten, das Kind könnte aus einem Fenster oder Balkon geworfen worden sein, wie der Tagesspiegel schreibt. Die Berliner Morgenpost zitiert Anwohner, die von einer möglichen Verzweiflungstat sprechen. Die Gerichtsmedizin hat den Leichnam abtransportiert, eine Obduktion soll die Todesursache klären. Der Fundort blieb bis zum Nachmittag weiträumig abgesperrt.
