Die hohe Arbeitsbelastung in Start-ups entwickelt sich zunehmend zu einem gesundheitlichen Risiko für Mitarbeiter. Das geht aus einer aktuellen Studie des Start-up-Bundesverbands und der Techniker Krankenkasse hervor, über die der „Stern“ berichtet. Zugleich setzen viele Gründer auf Künstliche Intelligenz und begrüßen flexiblere Arbeitszeitregeln. Die Untersuchung zeigt damit ein Spannungsfeld zwischen wachsendem Druck und der Hoffnung auf Entlastung durch neue Technologien.
Arbeitsdichte als zentrales Gesundheitsrisiko
In der Studie des Start-up-Bundesverbands und der Techniker Krankenkasse, auf die sich der „Stern“ bezieht, geben zwei Drittel (68 Prozent) der befragten Gründer an, dass die hohe Arbeitsdichte ein Gesundheitsrisiko darstellt. Als weiteren Stressfaktor sehen die Befragten vor allem die berufliche Unsicherheit (62 Prozent). Schon heute halten 45 Prozent der Befragten Burnout für ein zentrales Risiko ihrer Mitarbeiter. 66 Prozent der Gründer glauben zudem, dass psychische Überlastung in fünf Jahren ein Gesundheitsrisiko sein wird – ein Plus von 21 Prozent.
Die Folgen dieser hohen Belastung führen dazu, dass für fast 80 Prozent der Befragten Gesundheit im Unternehmen eine große Rolle spielt. Dennoch fehlt den meisten jungen Unternehmen nach den Angaben der Studie das Geld für entsprechende Angebote. Laut der Untersuchung stellen nur 51 Prozent der Start-ups finanzielle Ressourcen für das Thema Gesundheit bereit.
Unterstützung für Reform des Arbeitszeitgesetzes
Trotz der hohen Arbeitsbelastung unterstützt eine Mehrheit der Gründer die geplante Reform des Arbeitszeitgesetzes. 60 Prozent der Befragten befürworten demnach eine wöchentliche statt tägliche Höchstarbeitszeit. Die Bundesregierung will die starre Grenze von acht Stunden am Tag durch eine wöchentliche Höchstarbeitszeit von bis zu 48 Stunden ersetzen. Dadurch können Arbeitstage bei erhöhtem Bedarf verlängert werden, solange die Wochenarbeitszeit eingehalten wird.
Hoffnung auf Entlastung durch Künstliche Intelligenz
Den zunehmenden Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) sieht die Mehrheit der Gründer laut der Studie positiv. 81 Prozent der befragten Gründer geben an, dass KI die Produktivität ihrer Mitarbeiter steigern wird. Dass der Umgang mit KI-Produkten künftig zum zentralen Skill wird, sehen sogar 83 Prozent der Gründer.
Mehr als die Hälfte (57 Prozent) erwartet laut der Studie, dass der Einsatz von KI mehr Freiraum für Innovationen und Kreativität gibt und soziale Kompetenzen wichtiger werden. Gleichzeitig geben rund zwei Drittel der befragten Gründer an, dass der Einsatz von KI den Fachkräftemangel in ihrem Unternehmen reduzieren wird.
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