Die Osnabrücker Leichtathletik hat bei den 126. Deutschen Meisterschaften in Bochum-Wattenscheid ein starkes Wochenende erlebt. Neben Florian Kroll und Fabian Dammermann sorgte vor allem der erst 18-jährige Matthias Apel von der LG Osnabrück für Aufsehen: Über 3.000 Meter Hindernis verbesserte er den Stadtrekord und sicherte damit zugleich seinen Platz im Bundeskader.
Apel verbessert Osnabrücker Stadtrekord
Schon die Zahl der Osnabrücker Qualifizierten war außergewöhnlich. Acht Athletinnen und Athleten hatten die Einzelnormen für die Deutschen Meisterschaften erfüllt – so viele wie nie zuvor. Sechs von ihnen konnten schließlich in Wattenscheid antreten.
Allen voran überzeugte Matthias Apel. Der Schüler der Ursulaschule ging als jüngster Teilnehmer über 3.000 Meter Hindernis ins Rennen und steigerte seine Bestmarke auf 9:12,20 Minuten. Damit belegte er Rang 13 und stellte zugleich einen neuen Osnabrücker Stadtrekord auf.
Noch bedeutender für seine weitere sportliche Entwicklung: Mit der Leistung verteidigte der 18-Jährige seinen Platz im Bundeskader. Osnabrücker Nachwuchsathleten ist dies bislang nur selten gelungen.
Zehn Jahre Arbeit führen Rohling zur DM
Für Andre Rohling von der LG Osnabrück erfüllte sich bereits mit der Teilnahme an den Titelkämpfen ein lang gehegtes Ziel. Rund zehn Jahre hatte er unter Trainer Anton Siemer darauf hingearbeitet und zwischenzeitlich den Wechsel von den 400 auf die 800 Meter vollzogen.
In Wattenscheid erreichte Rohling das Halbfinale und wurde im zweiten von drei Läufen Achter. Wichtiger als die Platzierung dürfte für ihn jedoch der Start vor den Zuschauern im ausverkauften Stadion gewesen sein.
Kulgemeyer mit Doppelstart
Ein besonders umfangreiches Programm absolvierte Jonas Kulgemeyer vom OTB. Nur wenige Stunden nach seinem Halbfinale über 1.500 Meter stand der Student auch über 5.000 Meter an der Startlinie. Dort erreichte er in 14:31,49 Minuten den 13. Platz und blieb nur knapp über seiner persönlichen Bestzeit.
„Die letzten Starts am Ende einer langen Saison – und das vor einem überragenden Publikum. So macht Leichtathletik einfach Spaß und viel mehr Resonanz verdient.“
Verletzungspech für Völkel
Weniger glücklich verlief der Wettkampf für Nevio Völkel von der LG Osnabrück. Nach seinem letzten Versuch im Hochsprung verließ er mit Schmerzen die Matte. Mit übersprungenen 2,00 Metern landete der Realschulabsolvent der IGS Eversburg auf Rang elf.
Schon seit seinem U20-Titelgewinn im Jahr 2024 verliefen Deutsche Meisterschaften für Völkel wiederholt unglücklich. In Bestform und ohne gesundheitliche Probleme wäre für ihn in Wattenscheid mehr möglich gewesen.
Junge Staffel sammelt Erfahrung
Auch die U20-Staffel der LG Osnabrück über 3×1.000 Meter musste einen Ausfall verkraften. Theo Pöling, Matthias Apel und Jakob Langen traten ohne Konstantin Hans an. Der Mittelstreckler, derzeit auf Rang elf der deutschen U18-Bestenliste über 800 Meter, hatte sich wenige Wochen zuvor beim Sprint einen Muskelfaserriss zugezogen.
Pöling legte als Startläufer vor, Apel machte anschließend mit einer Aufholjagd Plätze gut, ehe Langen als einer der jüngsten Teilnehmer der Meisterschaften die Staffel ins Ziel brachte.
„Nicht auf dem letzten Platz, dazu die Norm für diese Meisterschaft unterboten“, zeigte sich Trainer Anton Siemer zufrieden und stolz: „ Seit 2004 bringt die LG Osnabrück mit wenigen Unterbrechungen Jahr für Jahr Langstaffeln an den Start. Das Erlebnis, bei den Meisterschaften der Erwachsenen vor großem Publikum zu starten, ist für den Nachwuchs unglaublich und eine Riesenmotivation für die nächsten Jahre.“
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