Manuela Schwesig (SPD) wehrt sich gegen Vorwürfe zu ihrem Wahlkampfstil und verweist die Verantwortung für schwache Umfragewerte der CDU auf die Partei selbst. Die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern wirbt mit 60 Prozent Zustimmung in ihrem Bundesland.
Kritik an CDU und Forderung an Merz
Dass die CDU droht, zwischen der selbsternannten "Frau gegen Blau" und der AfD zerrieben zu werden, hält Schwesig nicht für ihr Problem, sondern für das der Union. Auch eine mögliche Schwächung von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sieht sie nicht als ihre Verantwortung.
Dem Nachrichtensender "Welt", sagte Schwesig am Freitag: "Bei allem Respekt: Die CDU muss schon ihr Wahlergebnis selbst verantworten und sich selber fragen, warum sie so schwach dasteht. Immer alles Manuela Schwesig in die Schuhe zu schieben, vielleicht ist das auch genau die falsche Politik. 60 Prozent der Menschen unterstützen mich hier als Ministerpräsidentin. Und dafür werbe ich."
Lob und Kritik an Bundesregierung
Die Zustimmungswerte für Merz seien zwar schlecht, doch Schwesig betont, es gehe ihr nicht darum, die Arbeit der Bundesregierung oder des Kanzlers schlechtzureden. "Wenn Dinge gut sind, wie zum Beispiel das Sondervermögen, mit dem wir hier gerade sehr viel sanieren können, zum Beispiel Schulen, wenn Dinge auch gut sind, wo wir Unterstützung bekommen, zum Beispiel gerade was unseren Schiffbau angeht, dann sage ich das auch. Aber wenn Dinge hier an der Realität der Menschen vorbeigehen, zum Beispiel, dass nicht genug gearbeitet wird, dann äußere ich da Kritik."
Sie empfiehlt Merz, schnell für eine Senkung der Spritpreise zu sorgen. "Da muss der Kanzler handeln. Da kann er heute mal ein Zeichen setzen, dass er an der Seite der Leute steht. Und ich glaube, das würde dann auch wieder vor Ort Zustimmung bringen."