Starkregen, Hagel und Blitzeinschläge sorgen für Chaos in Baden-Württemberg, Bayern und Thüringen.
Nach einer Phase extremer Hitze haben schwere Unwetter in weiten Teilen Süddeutschlands für Chaos gesorgt. Besonders betroffen sind Baden-Württemberg, Bayern und Thüringen, wo Starkregen, Hagel und Blitzeinschläge zu umgestürzten Bäumen, überfluteten Straßen und Stromausfällen führten. Wie der SWR berichtet, waren allein im Kreis Ravensburg schwere Gewitter im Einsatz, die Polizei und Feuerwehr in Atem hielten. Eine 43-jährige Frau wurde dort leicht verletzt, nachdem sie durch einen Blitzeinschlag einen Stromschlag erhielt, während sie ihr Smartphone in der Hand hielt. In Reutlingen fiel der Strom für rund 6.000 Haushalte aus, nachdem ein Blitz eingeschlagen hatte. Zudem wurden Straßen überschwemmt, und in Lichtenstein brach nach einem Blitzeinschlag ein Feuer im Dachstuhl eines unbewohnten Gebäudes aus. Auf der B30 kam ein Autofahrer von der nassen Fahrbahn ab und verletzte sich schwer, während ein Teilstück der Straße kurzzeitig gesperrt werden musste. In Schemmerberg (Kreis Biberach) hagelte es am Mittwochmorgen stark, wie das Polizeipräsidium Ulm mitteilte.
Rekordzahl an Notrufen in Mittelfranken
In Bayern waren die Auswirkungen ähnlich dramatisch. Wie der BR berichtet, gingen in Mittelfranken innerhalb von fünf Stunden fast 3.000 Notrufe ein – eine bisher nicht gekannte Zahl. Rund 1.100 Feuerwehreinsätze wurden im Raum Nürnberg, Fürth und Erlangen registriert, wobei etwa 270 Feuerwehren im Dauereinsatz waren. Bäume stürzten auf Fahrbahnen, Schienen und Häuser, Dächer wurden abgedeckt, und viele Keller liefen voll. Auch in der Oberpfalz kam es zu rund 20 Einsätzen, bei denen unter anderem Bäume umstürzten und Keller überflutet wurden. Am Nürnberger Flughafen wurde der Flugbetrieb zeitweise eingestellt, nachdem umgestürzte Bäume und Wasserschäden aufgetreten waren. Drei Flüge wurden umgeleitet, vier weitere verspäteten sich.
Zugverkehr in Thüringen durch Unwetter lahmgelegt
In Thüringen sorgten die Unwetter ebenfalls für erhebliche Behinderungen. Wie der MDR meldet, kam es im Kreis Gotha zu 19 Feuerwehreinsätzen, nachdem Starkregen und Hagel Keller vollaufen ließen und Straßen überfluteten. Ein umgestürzter Baum auf der Bahnstrecke zwischen Gräfenroda und Plaue führte zu stundenlangen Verzögerungen und Ausfällen im Zugverkehr. In Leinefelde und Umgebung rückte die Feuerwehr zu rund 25 Einsätzen aus, nachdem Keller vollgelaufen und Straßen überflutet worden waren. Auf der Landesgartenschau wurden Besucher vorsorglich aufgefordert, das Gelände zu verlassen.
Bundeswehrsoldaten nach Blitzeinschlag verletzt
In Oberbayern wurden sechs Soldaten der Bundeswehr durch einen Blitzeinschlag verletzt, wie der Spiegel berichtet. Die Männer befanden sich am frühen Morgen in einem Biwak am Hohen Brendten bei Mittenwald, als der Blitz einschlug. Fünf von ihnen erlitten leichte Verletzungen, einer wurde mittelschwer verletzt. Alle Betroffenen wurden in eine Klinik gebracht, bleibende Schäden sind nach ersten Erkenntnissen nicht zu befürchten.
