Polizei ermittelt nach Kurzschlüssen in Bergheim und Jänschwalde wegen vorsätzlicher Taten.
In Nordrhein-Westfalen und Brandenburg ermittelt die Polizei wegen mutmaßlicher Sabotage an Umspannwerken. In Bergheim bei Köln kam es am Dienstagabend zu einem Kurzschluss, der mehrere Stromleitungen lahmlegte. Die Polizei Essen geht von einer vorsätzlichen Tat aus, wie der WDR berichtet. Die allgemeine Stromversorgung blieb jedoch unberührt. Betroffen waren fünf Braunkohle-Blöcke des Energieversorgers RWE Power, die zeitweise vom Netz gingen. NRW-Energieministerin Mona Neubaur (Grüne) betonte, die Versorgung sei zu keinem Zeitpunkt gefährdet gewesen.
Polizei sichert Spuren nach gezielter Straftat
Die Ermittler sichern am Tatort Spuren und prüfen mögliche Tatwerkzeuge. Ein Polizei-Hubschrauber kreiste über dem Areal, das weiträumig abgesperrt wurde. NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) bezeichnete den Vorfall als gezielte Straftat und verwies auf die nationale Sicherheitsrelevanz. Ähnliche Vorfälle in kurzer Zeit seien besorgniserregend, so Neubaur. In Brandenburg hatten Unbekannte am Dienstagmorgen nahe dem Kohlekraftwerk Jänschwalde versucht, Kurzschlüsse an Höchstspannungsleitungen auszulösen.
Kurzschlüsse durch gezielte Sabotage verursacht
Wie der rbb berichtet, wurden dabei leitfähige Materialien mithilfe von Treibsätzen in die Leitungen geschossen. In zwei Fällen sei dies gelungen, was zu Kurzschlüssen führte. Insgesamt seien eine zweistellige Zahl solcher Vorrichtungen gefunden worden. Brandenburger Innenminister Jan Redmann (CDU) sprach von einem systematischen Vorgehen, das technische und organisatorische Kenntnisse erfordert habe. Die Stromversorgung blieb laut Netzbetreiber 50Hertz trotz der Vorfälle stabil, da redundante Leitungen die Ausfälle kompensierten.
Terrorverdacht bei Angriff auf Stromnetz
Die Polizei in Brandenburg ermittelt wegen des Verdachts der Bildung einer terroristischen Vereinigung sowie der Störung öffentlicher Betriebe. Redmann schloss eine Beteiligung fremder Mächte nicht aus und forderte einen besseren Schutz kritischer Infrastruktur. Die Ermittler in beiden Bundesländern tauschen sich aus, um mögliche Zusammenhänge zu klären. In Baden-Württemberg gab es im Juni bereits einen ähnlichen Fall: Ein Brand in einem Umspannwerk in Reutlingen hatte zeitweise 40.000 Menschen ohne Strom zurückgelassen. Die Behörden gehen dort von Brandstiftung aus.