Der französisch-britische Jurist und Autor Philippe Sands wird mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2026 ausgezeichnet. Der Stiftungsrat begründet die Entscheidung mit seinem Einsatz für Gerechtigkeit, Frieden und die Verteidigung des Völkerrechts sowie mit seinem literarischen Werk, das sich intensiv mit den Folgen von Genozid und Verbrechen gegen die Menschlichkeit auseinandersetzt.
Stiftungsrat ehrt «eine der wichtigsten intellektuellen Stimmen unserer Zeit»
Der französisch-britische Jurist und Autor Philippe Sands erhält den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2026. Das teilte der Stiftungsrat am Donnerstag mit.
In der Begründung des Stiftungsrats heißt es, Sands setze sich „Als eine der wichtigsten intellektuellen Stimmen unserer Zeit“ für Gerechtigkeit, Frieden „und die beharrliche Verteidigung des Völkerrechts ein“. Der Nachkomme von Holocaustüberlebenden zeige entlang der eigenen Familiengeschichte, wie dieses Recht entstanden sei und welche Erfahrungen hinter den Tatbeständen „Genozid“ und „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ stünden.
Blick auf Täter und Opfer
In seinem literarischen Werk richtet Sands den Blick sowohl auf die Motive der Täter als auch auf das Leid und die Leben der Opfer. Durch seine Darstellung erhält sie nach Ansicht des Stiftungsrats „eine Stimme und erfahren Respekt“.
Juristische und literarische Arbeit
Philippe Sands, geboren 1960 in London, ist Professor für Internationales Recht am University College London sowie Gastprofessor an der Harvard Law School. Er arbeitet am Internationalen Gerichtshof in Den Haag und wirkte als Menschenrechtsanwalt an bedeutenden Verfahren des internationalen Rechts mit. Neben der Veröffentlichung juristischer Fachbücher und Aufsätze ist Philippe Sands seit 2016 auch als literarischer Sachbuchautor tätig.
Die Verleihung des Friedenspreises findet am Sonntag, 11. Oktober 2026, in der Frankfurter Paulskirche statt. Der Friedenspreis wird seit 1950 vergeben und ist mit 25.000 Euro dotiert.
