Philipp Lahm sieht in der deutschen Fußball-Nationalmannschaft seit Längerem keinen klar erkennbaren festen Kern. Auch andere Ex-Weltmeister wie Paul Breitner und Stefan Reuter kritisieren im „Zeitmagazin“ fehlende Strukturen und verweisen auf frühere Erfolgsmodelle, in denen eingespielte Blöcke eine zentrale Rolle spielten.
„Wer ist die Mannschaft?“ – Lahm beklagt fehlenden Kern
Der frühere Fußballnationalspieler und Weltmeister Philipp Lahm vermisst in der deutschen Nationalmannschaft seit Langem einen klaren Stamm an Führungsspielern. „In den letzten Jahren fehlte eine Antwort auf die Frage: Wer ist die Mannschaft?“, sagte er dem „Zeitmagazin“. Die sportliche Führung habe es nach seiner Darstellung versäumt, der Mannschaft ein Gesicht zu geben. Dennoch sieht Lahm die DFB-Auswahl weiterhin in der Weltspitze verankert: Trotzdem zähle Deutschland für ihn noch immer zu den Nationen, für die ein Titel möglich ist.
Breitner: Früherer Bayern-Block als Erfolgsrezept
Der frühere Nationalspieler und Weltmeister Paul Breitner verwies im Gespräch mit dem „Zeitmagazin“ auf frühere Erfolgsrezepte. Im deutschen Weltmeisterteam 1974 sei das Miteinander „ziemlich einfach“ gewesen, „weil wir mit sechs Spielern des FC Bayern die Truppe dominiert haben“. Nach seiner Darstellung habe die Nationalmannschaft jahrzehntelang davon gelebt, dass es meistens einen Bayern-Block gegeben habe, „der natürlich nur etwas nutzt, wenn es sich um die Besten handelt“. Dann werde er von den anderen akzeptiert. „Dann sagen die: Wie muss ich mich der Spielweise dieses Blocks anpassen? Das macht alles viel leichter.“ So etwas habe man im Moment in der Nationalmannschaft nicht.
Unklare Hierarchie im aktuellen Team
Der ehemalige Fußballweltmeister Stefan Reuter äußerte sich im „Zeitmagazin“ zur aktuellen Struktur im DFB-Team. Auf die Frage, welchen Eindruck er von der Hierarchie im derzeitigen Nationalteam habe, antwortete Reuter: „So richtig kann ich das nicht sagen – vielleicht liegt darin schon die Antwort.“
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