Die Pfandbriefbanken in Deutschland haben im ersten Halbjahr 2026 deutlich mehr Immobiliendarlehen vergeben als im Vorjahreszeitraum. Besonders stark wuchs das Geschäft mit Gewerbeimmobilien, während das Volumen insgesamt unter dem Niveau vor der Zinswende blieb.
Wohnimmobilien dominieren, Gewerbe holt auf
Die im Verband deutscher Pfandbriefbanken (VDP) organisierten Institute vergaben von Januar bis Juni 2026 Immobiliendarlehen im Volumen von 80,4 Milliarden Euro – ein Plus von 8,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Wohnimmobiliendarlehen machten mit 62,3 Prozent den größten Anteil aus und erreichten 50,1 Milliarden Euro, was einem Anstieg von 5,3 Prozent entspricht.
Gewerbeimmobilien mit starkem Wachstum
Gewerbeimmobiliendarlehen stiegen um 14,3 Prozent auf 30,3 Milliarden Euro. Besonders dynamisch entwickelte sich das Segment der Handelsgebäude: Hier kletterte das Volumen um 40,6 Prozent auf 9 Milliarden Euro. Auch Büroobjekte und Hotels verzeichneten Zuwächse, während das Neugeschäft bei Industriegebäuden und sonstigen gewerblichen Objekten zurückging.
VDP-Chef fordert politische Unterstützung
Jens Tolckmitt, Hauptgeschäftsführer des VDP, bewertete das Neugeschäft als solide, betonte aber, dass es weiterhin unter den Volumina vor der Zinswende liege. Für das zweite Halbjahr 2026 erwartet er allenfalls leichte Anstiege.
Tolckmitt appellierte an die Politik, die Wohneigentumsbildung stärker zu fördern. Die eigenen vier Wände seien die beste Form der Altersvorsorge. Eine Senkung der Grunderwerbsteuer für Selbstnutzer könne seiner Ansicht nach die Zugangshürden zum Wohneigentum reduzieren und den Mietwohnungsmarkt entlasten.