Staatsministerin Natalie Pawlik (SPD), Beauftragte der Bundesregierung für Migration und Integration, kritisiert die im Bundeshaushalt geplanten Kürzungen bei Integrationskursen. Sie wirft der Bundesregierung vor, die Bedeutung der Integrationspolitik für Fachkräftesicherung, Wirtschaftsleistung und gesellschaftlichen Zusammenhalt zu verkennen.
Pawlik warnt vor Rückzug aus der Integrationspolitik
Natalie Pawlik
Geplante Kürzungen bei Integrationskursen
Im Haushalt von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) sollen für Integrationskurse künftig nur noch 600 Millionen Euro zur Verfügung stehen, statt wie bisher rund eine Milliarde. Pawlik bewertete das gegenüber der „Frankfurter Rundschau“ von Ippen-Media mit den Worten: „Das sehe ich sehr kritisch“. Sie fügte hinzu: „Denn wir müssen Integration als essentiell für das Wachstum, den Wohlstand und den Zusammenhalt in unserem Land betrachten. Wenn wir an der Integration sparen, kostet uns das langfristig viel mehr.“ In den Kursen lernen Zugewanderte die deutsche Sprache und erhalten Grundwissen über die deutsche Gesellschaft.
Dramatische Folgen für Träger und Teilnehmende
Die Staatsministerin beschrieb die Folgen der finanziellen Einschnitte im Integrationssektor als gravierend. „Viele Träger, die derzeit im Integrationskursbereich tätig sind, denken darüber nach, aufzuhören, weil sie die Arbeit schlicht nicht mehr finanzieren können. Zahlreiche Menschen, die zu uns kommen, haben keinen Zugang mehr zum Spracherwerb und brauchen so viel länger, um auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Echte Integration kann so nicht gelingen“, sagte Pawlik der „Frankfurter Rundschau“ von Ippen-Media. Sie betonte zudem: „Die beste Integrationspolitik ist gute Arbeitsmarkt- und Bildungspolitik. Wenn wir da keine Verbesserungen schaffen, sondern im Gegenteil sogar noch sparen, ist das fatal.“
