Verbraucherschützer kritisieren: Günstige Tickets fehlen zu Stoßzeiten.
Die Deutsche Bahn wirbt mit besonders günstigen Super-Sparpreisen für Fernfahrten, doch eine aktuelle Untersuchung des Verbraucherzentrale-Bundesverbands (VZBV) zeigt, dass diese zu üblichen Reisezeiten oft nicht verfügbar sind. Wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ und die „Oldenburger Onlinezeitung“ berichten, war das günstigste Angebot für Fahrten in der zweiten Klasse zwischen 7 und 19 Uhr an rund drei Vierteln der untersuchten Tage nicht zum Werbepreis buchbar. Stattdessen lagen die Preise an diesen Tagen zwischen 15 und 157 Prozent darüber.
Super-Sparpreis oft nur Marketing
Nur an etwa jedem vierten Tag entsprachen die erfassten günstigsten Preise dem beworbenen Super-Sparpreis oder lagen sogar darunter. Die VZBV-Chefin Ramona Pop forderte daher mehr Transparenz und ein einfacheres Preissystem, wie die „FAZ“ zitiert. Wer mit besonders günstigen Preisen werbe, müsse sicherstellen, dass diese auch zu üblichen Reisezeiten verfügbar seien.
Bahn kritisiert methodische Schwächen der Studie
Die Bahn wies die Kritik zurück und verwies auf methodische Mängel der Studie. Eine Sprecherin betonte gegenüber der „FAZ“ und der „Oldenburger Onlinezeitung“, dass der Untersuchungszeitraum wichtige Pendlerverbindungen wie frühe Sprinterfahrten oder Direktverbindungen abseits der Metropolen ausblende. Zudem seien aktuell so viele Billigtickets wie nie zuvor auf dem Markt.
Dynamische Preise: Wochenende deutlich teurer
Die Preisgestaltung folge einem dynamischen Modell zur Auslastungssteuerung. Die Untersuchung bestätigte zudem, dass Fahrkarten am Freitag und Sonntag im Schnitt 71 Prozent teurer sind als an den günstigsten Wochentagen Dienstag und Mittwoch. Am späten Nachmittag sei die Chance auf günstige Tickets höher als am Vormittag.