NRW fordert Taskforce – Schifffahrt und Energieversorgung betroffen
Der Rhein hat an mehreren Messstellen in Nordrhein-Westfalen historische Niedrigwasserstände erreicht. Am Pegel Duisburg-Ruhrort wurde am Sonntagmorgen ein Stand von 150 Zentimetern gemessen, drei Zentimeter unter dem bisherigen Rekordtief von 2018, wie das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Rhein mitteilte. Auch in Düsseldorf sank der Pegel auf 22 Zentimeter, einen Zentimeter unter dem bisherigen Tiefstwert. In Köln war bereits am Samstag mit 67 Zentimetern ein neuer Negativrekord seit Beginn der Aufzeichnungen verzeichnet worden, wie die tagesschau und die Süddeutsche Zeitung übereinstimmend berichten. Die anhaltende Trockenheit und hohe Temperaturen führen zu sinkenden Wasserständen, die die Binnenschifffahrt stark beeinträchtigen. Schiffe können vielerorts nur noch mit stark reduzierter Ladung fahren, da die Fahrrinne zu flach wird, wie der WDR berichtet. Eine behördliche Sperrung des Rheins gibt es jedoch nicht – die Entscheidung, ob eine Fahrt möglich ist, liegt bei den Schiffsführern.
NRW drängt auf nationale Taskforce für Transportkrise
NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) fordert nun eine nationale Taskforce, um die Transportlage zu verbessern. „Wir brauchen kurzfristig eine nationale Taskforce für Maßnahmen, um die Transportlage zu verbessern“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Die Lage an Rhein und Donau müsse Thema auf der für Donnerstag geplanten Sonder-Verkehrsministerkonferenz sein, obwohl ursprünglich Bahntrassenpreise auf der Agenda standen. Krischer plädiert für zusätzliche Lagerkapazitäten in Häfen, mehr Bahnkapazitäten und eine Priorisierung von Transporten, wie die Süddeutsche Zeitung und die Zeit berichten. Zudem verlangt er vom Bund die Freigabe gestrichener Mittel für den Ausbau der Fahrrinne zwischen Krefeld und Düsseldorf, um den Rhein auch bei Niedrigwasser besser schiffbar zu machen.
Niedrigwasser legt europäische Atomkraftwerke lahm
Die Niedrigwassersituation betrifft nicht nur Deutschland. In Ungarn wurde das Atomkraftwerk Paks aufgrund des historisch niedrigen Donau-Stands erstmals seit 44 Jahren komplett abgeschaltet, wie die tagesschau und die Süddeutsche Zeitung melden. Auch in Rumänien und anderen europäischen Ländern führt die Wasserknappheit zu Einschränkungen in der Schifffahrt und Energieversorgung. Die Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) warnt, dass die Wasserstände an vielen Flüssen weiter sinken könnten, falls keine Niederschläge fallen. Aktuell wiesen rund 44 Prozent der Rhein-Messstellen extrem niedrige Wasserstände auf, 78 Prozent der Donau-Messstellen und 16 Prozent der Elbe-Messstellen, so die BfG.