Angesichts neuer Aufrufe in sozialen Medien zu einem möglichen Massenansturm auf Ceuta am 15. August fordert Österreich Spanien zu einer Verschärfung des Grenzschutzes auf. Europa- und Integrationsministerin Claudia Bauer (ÖVP) sieht Madrid mitverantwortlich für die aktuelle Dynamik.
Aufrufe in marokkanischen Netzwerken
Hintergrund sind Mobilisierungsaufrufe in marokkanischen Facebook-, TikTok- und WhatsApp-Gruppen. Das berichtet die "Bild". Nach Angaben der Regionalregierung von Ceuta wurden Hinweise an die spanischen Sicherheitsbehörden weitergeleitet. Regierungssprecher Alejandro Ramírez bestätigte der Zeitung „El Mundo“, dass die Behörden informiert worden seien.
Bauer betont, die Aufrufe zeigten, dass diese gefährliche Dynamik nicht vorbei sei. Spanien müsse angesichts der Berichte über einen möglichen neuen Ansturm umgehend den Grenzschutz in seinen afrikanischen Exklaven massiv aufrüsten und garantieren, dass er dieses Mal auch hält.
Österreich erkennt zwar das rasche Handeln der spanischen Regierung beim Migrationssturm auf Ceuta letzte Woche an. Doch Madrid sei mit seiner Migrationspolitik mitverantwortlich für die falschen Hoffnungen, die dem Ansturm vorausgegangen waren. Die Ankündigung, hunderttausende Aufenthaltstitel verschenken zu wollen, möge nicht der einzige Auslöser gewesen sein, aber es sei definitiv ein Brandbeschleuniger gewesen, so Bauer.
In Marokko sei nur die Botschaft angekommen: Wer es nach Spanien schafft, darf auf einen Aufenthaltstitel hoffen – und offensichtlich habe sich nicht viel daran geändert.