Wer in diesem Jahr noch eine Ausbildung beginnen möchte, hat in Osnabrück weiterhin Chancen. Nach Angaben der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) sind derzeit noch 364 Ausbildungsplätze in der Stadt unbesetzt. Gleichzeitig haben 75 Prozent der arbeitslosen Unter-25-Jährigen in Osnabrück keinen Berufsabschluss.
40 freie Stellen allein im Baugewerbe
Die IG BAU Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim beruft sich bei den freien Stellen auf aktuelle Zahlen der Arbeitsagentur. Von den 364 noch verfügbaren Ausbildungsplätzen entfallen demnach allein 40 auf das Baugewerbe. Weitere fünf Stellen gibt es im Garten- und Landschaftsbau.
Für Gewerkschaftschef Herbert Hilberink ist es deshalb auch Mitte August noch nicht zu spät, sich um einen Ausbildungsplatz zu bemühen. „Wichtig ist, sich einen Ruck zu geben und jetzt einen Ausbildungsbetrieb zu suchen. Denn mit einer Ausbildung in der Tasche sind die Jobs, die man ein Berufsleben lang macht, in der Regel sicherer und vor allem auch deutlich besser bezahlt“, sagt der Vorsitzende der regionalen IG BAU.
75 Prozent der jungen Arbeitslosen ohne Abschluss
Besonders richtet sich der Appell an junge Menschen ohne Berufsabschluss. Nach Angaben der Arbeitsagentur trifft dies auf 75 Prozent der Arbeitslosen unter 25 Jahren in Osnabrück zu.
Auch landesweit sieht die Gewerkschaft Handlungsbedarf: Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes haben in Niedersachsen rund 259.000 junge Erwachsene zwischen 20 und 34 Jahren weder eine abgeschlossene Berufsausbildung noch einen Ausbildungsplatz.
Dabei sei ein Einstieg auch nach dem üblichen Ausbildungsstart noch möglich. „Jetzt im August und September starten die Ausbildungen. Aber selbst im Oktober stellen Ausbildungsbetriebe noch ein“, so Hilberink.
IG BAU rät zu direkter Nachfrage bei Betrieben
Wer noch auf der Suche ist, sollte nach Ansicht der Gewerkschaft Berufsberatungsangebote nutzen, aber auch selbst auf Unternehmen zugehen. „Außerdem gilt: Mutig auf die Betriebe zugehen. Wer direkt nachfragt, holt oft auch etwas für sich heraus – ein Praktikum, vielleicht aber auch einen Ausbildungsplatz.“
Bei der Wahl eines Unternehmens sollten Jugendliche nach Ansicht der IG BAU nicht nur auf den gewünschten Beruf achten. Auch Ausbildungsqualität, Bezahlung und die Perspektiven nach dem Abschluss seien wichtig. Hilberink empfiehlt insbesondere Unternehmen mit Tarifvertrag.
Zur Orientierung verweist die Gewerkschaft unter anderem auf die Jugendberufsagentur und die Berufsberatung der Arbeitsagentur.
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