Bundesinnenministerium, Bundesforschungsministerium und DLR haben in Cochstedt ein Technologiezentrum für Drohnensicherheit eröffnet. Dort sollen Forschung und Praxis enger verknüpft werden. Ziel ist die Entwicklung von Technologien für sicheren Drohnenbetrieb und Abwehr unerwünschter Drohnen.
Forschung und Praxis unter einem Dach
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) betonte: „Hier erforschen und testen wir neue Technologien in Cochstedt direkt an einer Flughafeninfrastruktur – genau dort, wo eine empfindliche Bedrohungslage herrscht“. Er ergänzte: „Wir bündeln die Expertise von Wissenschaft, Start-Ups und unserer Sicherheitsbehörden, um unser Land noch stärker gegenüber hybriden Bedrohungslagen zu schützen.“
Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) bezeichnete den Standort als „Leuchtturm“ für Drohnenforschung. „Hier werden neue Anwendungen und Technologien getestet, für die Wirtschaft, für Behörden und nun verstärkt auch für unsere Sicherheit“, sagte sie.
Anke Kaysser-Pyzalla, Vorstandsvorsitzende des DLR, verwies auf die Dualität von Chancen und Herausforderungen durch Drohnen. „Wir benötigen das technische Know-how der Forschung, die Innovationskraft und Umsetzungskompetenz der Industrie und vor allem die Perspektive derjenigen, die im konkreten Einsatz für unsere Sicherheit sorgen.“ Durch Transfer und Wissensaustausch könnten neue Ansätze aus der Forschung schnell in nutzbare Lösungen überführt werden, so Kaysser-Pyzalla.
Das Technologiezentrum soll in die Aktivitäten des Gemeinsamen Drohnenabwehrzentrums (GDAZ) eingebunden werden. Die Forscher sollen unter anderem Verfahren für den sicheren Drohnenbetrieb sowie Technologien zur Detektion und Abwehr unerwünschter Drohnen entwickeln.
Am Flughafen Halle/Leipzig war Anfang August eine mit Sprengstoff beladene Drohne gefunden worden. Zudem werden seit Längerem Drohnen an Standorten der Bundeswehr und in der Nähe von kritischen Infrastrukturen gesichtet.