Der Sozialethiker Elmar Nass hält eine Verlangsamung der KI-Entwicklung für wenig sinnvoll. Stattdessen plädiert er für ethische Leitplanken und internationale Absprachen. Eine bloße Geschwindigkeitsbegrenzung sei ein Herumdoktern an Symptomen.
Kritik an Marktlogik und Moralinstanz
Gegenüber der "Rheinischen Post" betonte Nass: "Der Vorschlag einer Verlangsamung der KI-Entwicklung ist in der Praxis nicht zielführend. Und er ist ja auch gar nicht neu." Der Markt solle offenbar mit seiner Logik verlassen werden, und die Avantgarde der Technik-Mogule schwinge sich zur Moralinstanz auf. Zudem würde eine Verlangsamung auch menschendienliche Innovation blockieren.
Fragen zur Umsetzung und globale Ungleichheit
Nass wirft die Frage auf, wer die Geschwindigkeit der KI-Entwicklung vorgeben und wie der Prozess gemessen und kontrolliert werden soll. Er geht davon aus, dass sich Akteure und Länder wie China nicht daran halten und sich so Wettbewerbsvorteile verschaffen würden. Eine Verlangsamung sei daher nur ein populäres Herumdoktern an Symptomen, ohne das eigentliche Problem an der Wurzel zu packen.
Statt einer Verlangsamung fordert Nass ethische Leitplanken für die KI-Forschung sowie internationale Regeln und Verbote, vergleichbar mit denen für Waffen. Entscheidend sei, dass eine solche Forschung ethisch flankiert werde. Damit sollte sofort begonnen werden, und die geforderten Maßnahmen könnten sofort greifen.