300 Hektar Wald brennen in Hürtgenwald – Evakuierungen und Munition erschweren Löscharbeiten.
In der Eifel kämpfen Einsatzkräfte seit Donnerstag gegen einen großflächigen Waldbrand, der nach Einschätzung der Landesregierung der größte in der Geschichte Nordrhein-Westfalens sein könnte. Wie der Tagesspiegel und ZDFheute berichten, stehen rund 300 Hektar Wald in Flammen, was etwa 420 Fußballfeldern entspricht. NRW-Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen (CDU) betonte, ein Brand dieser Dimension habe es in NRW seit Jahrzehnten nicht gegeben. Die betroffene Fläche könnte sogar noch größer sein, wie sie der dpa sagte: „Es wird wahrscheinlich schon einiges mehr sein, möglicherweise kratzen wir hier an der 300.“
Feuer bedroht Ortsteil Gey – Evakuierung läuft
Die Lage bleibt angespannt: Die Flammen näherten sich am Freitagmorgen bis auf etwa 150 bis 200 Meter dem Ortsteil Gey, wie der Kreis Düren mitteilte. Alle rund 1.800 Bewohner des Ortsteils wurden evakuiert, darunter auch 15 Pflegebedürftige aus einem Pflegeheim, wie der WDR berichtete. Bürgermeister Stephan Cranen (parteilos) erklärte, die Evakuierung sei gut organisiert verlaufen. Die Warn-App Nina zeigte die höchste Warnstufe „Extreme Gefahr“ an.
Munitionsaltlasten behindern Löscharbeiten im Hürtgenwald
Besonders erschwert werden die Löscharbeiten durch die hohe Munitionsbelastung aus dem Zweiten Weltkrieg im Hürtgenwald. Landrat Ralf Nolten (CDU) erklärte, dass bereits Explosionen auf dem Brandgelände stattgefunden hätten. Daher könnten keine einzelnen Feuerwehrleute mit Löschrucksäcken eingesetzt werden. Stattdessen kommen gepanzerte Fahrzeuge der Bundeswehr, Motorsägen und Löschhubschrauber zum Einsatz. Auch Gegenfeuer sollen laut Feuerwehrsprecher Peter Berndgen genutzt werden, um die Ausbreitung einzudämmen. Die Einsatzkräfte mussten sich zeitweise zurückziehen, um nicht eingekesselt zu werden.
NRW-Minister schockiert über Ausmaß des Waldbrandes
NRW-Umweltminister Oliver Krischer (Grüne) zeigte sich bestürzt über das Ausmaß des Brandes. „Das, was wir jetzt hier sehen, ist schon erschreckend“, sagte er der dpa. Die Brandursache ist bisher unklar, die Polizei Köln hat ein Hinweisportal für Zeugen eingerichtet. Die Löscharbeiten könnten noch Tage dauern, da die Bedingungen durch Hitze, Trockenheit und wechselnde Winde extrem schwierig sind. Experten wie der Feuerökologe Johann Georg Goldhammer warnen, dass solche Brände unter den aktuellen Klimabedingungen schwerer zu kontrollieren seien als früher.
Neuer Waldbrand in Rheinland-Pfalz ausgebrochen
Während die Einsatzkräfte in Hürtgenwald weiter kämpfen, breitet sich in Traben-Trarbach (Rheinland-Pfalz) ein weiterer Waldbrand aus. Auch dort erschweren die Wetterbedingungen die Bekämpfung. In anderen Regionen Deutschlands, etwa im Saarland, mussten Feuerwehrleute nach Löscharbeiten wegen Rauch und Hitze medizinisch behandelt werden.